Cochem – Am kommenden Sonntag muss die Moselstadt Cochem erneut geräumt werden. Grund ist der Fund einer weiteren Fliegerbombe bei Bauarbeiten auf dem Gelände am Briederweg.
Bereits zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen müssen Anwohner in Cochem am Sonntag ihre Wohnungen für die Entschärfung eines Blindgängers mit einem Gewicht von zehn Zentnern aus dem Zweiten Weltkrieg verlassen. Ähnlich wie die Fliegerbombe, die Ende Januar in Cochem entschärft werden musste, wurde auch dieser Blindgänger bei Bodenmessungen beim Ausbau des Kaiser-Wilhelm-Tunnels entdeckt.
Der Bauablauf in diesem Bereich soll nun grundlegend umgestellt werden, teilte ein Bauleiter der Bahn am Dienstag auf einer Pressekonferenz mit. Nach den beiden Bombenfunden will die Bahn nun das gesamte Gelände am Briederweg nach weiteren Blindgängern absuchen, um so weitere Evakuierungen zu umgehen.
Wie die „Rhein-Zeitung“ berichtet, soll eine Firma für Umwelttechnik auf dem 1.500 Quadratmeter großen Areal, auf dem, mit dem Ausbau des Kaiser-Wilhelm-Tunnels, ein Rettungsplatz entstehen soll, bis spätestens 11. März komplett untersucht werden. Bislang wurde lediglich der aktuelle Bauabschnitt von der Bahn abgesucht. Für den Fall, dass weitere Fliegerbomben entdeckt werden, wird die Firma für Umwelttechnik bei ihren Arbeiten vom rheinland-pfälzischen Kampfmittelräumdienst unterstützt. Man könne innerhalb eines Tages reagieren und eine Bombe entschärfen.
Schon am 30. Januar wurden Anwohner der Stadt in einem Umkreis von einem Kilometer um die Fundstelle am Morgen ihre Wohnungen räumen. Erst nach der Evakuierung des kompletten Gefahrengebiets wird mit der Entschärfung des Blindgängers begonnen.