Castor-Transport umgeleitet, Anwohner evakuiert

Fliegerbombe in Saarbrücken musste gesprengt werden

Von Kevin Körber

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Foto: DPA Ein Mitarbeiter eines Sprengkommandos arbeitet an einer Baustelle auf dem Rangierbahnhof in Nürnberg an einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Ein ähnlicher Blindgänger wurde auch in Saarbrücken entdeckt. (Archivfoto)

Saarbrücken – Die am Mittwoch in Saarbrücken entdeckte Fliegerbombe musste am späten Abend gesprengt werden. Den gesamten Tag über kam es um die Fundstelle am alten Güterbahnhof herum zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Dass sich die Entschärfung der Fünf-Zentner-Bombe schwierig gestalten würde, war den Sprengstoffexperten am Mittwoch schnell klar: Die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde als besonders gefährlich eingestuft. Daraufhin mussten die Häuser im Wohngebiet Am Homburg evakuiert werden, Busse brachte die Bewohner, die keinen Unterschlupf bei Bekannten finden konnten, in eine Grundschule auf dem Saarbrücker Rodenhof.

Die Dudweiler Landstraße wurde umgehend von den Beamten gesperrt, der gesamte Verkehr musste rund um den Fundort, einer Großbaustelle auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs, umgeleitet werden. Besonders durch den abendlichen Berufsverkehr entstanden somit Staus, bei denen sich Autofahrer in Geduld üben mussten. Vereinzelt ging eine Stunde lang nichts mehr. Auch der öffentliche Personennahverkehr war von den Behinderungen und den Sperrungen betroffen. Im Bus- und Bahnverkehr kam es zu erheblichen Verspätungen.

Hinzu kam der Castor-Transport, der am Mittwoch auf seinem Weg vom südfranzösischen Cadarache in das Zwischenlager Lubmin bei Greifswald auch das Saarland passieren musste. Dabei sollte der Zug, beladen mit Atommüll, auch die Strecke am Güterbahnhof vorbei nutzen. Aus Gründen der Sicherheit wurde der Transport dann nicht wie geplant über Sulzbach sondern über Fischbach in Richtung Neunkirchen umgeleitet.

Erst gegen 20:30 Uhr konnten die Experten den Blindgänger dann kontrolliert sprengen, nachdem festgestellt wurde, dass die Fünf-Zentner-Bombe mit einem Langzeitzünder ausgestattet war. Eine Entschärfung war deshalb nicht möglich. Es war bereits die fünfte Fliegerbombe, die auf dem Baustellengelände innerhalb der letzten Monate entdeckt wurde.
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