Cattenom in 12 Jahren vom Netz?

Kürzere Laufzeit für grenznahes Atomkraftwerk im Gespräch

Von Nina Dimitroff

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Foto: dpa Das französische Atomkraftwerk Cattenom.

Cattenom – Das Saarland fordert seit Jahren die Abschaltung des grenznahen französischen Kernkraftwerks Cattenom. Nun könnte, wie kürzlich bekannt wurde, zumindest die Laufzeit des Meilers verkürzt werden.

Der Kraftwerksdirektor Guy Catrix hat die saarländische Umweltministerin Anke Rehlinger (SPD) zum Informationsaustausch über den Stand der sicherheitstechnischen Verbesserungen nach dem Stresstest B in Cattenom eingeladen.

Wie der Saarländische Rundfunk berichtete, hatte Rehlinger die Möglichkeit, sich die Lagerung der Brennelemente, das Maschinenhaus und die Leitwarte des AKW anzuschauen. Kritisiert wurde bei ihrem Besuch unter anderem, dass die Fristen für die Beseitigung der festgestellten Mängel zu großzügig bemessen seien. Sehr zufrieden zeigte sie sich über den Informationsaustausch nach Störfällen in Cattenom. Oberstes Ziel müsse aber trotzdem die Abschaltung des Meilers bleiben.

Rheinland-Pfalz will – nach Informationen des Saar-Umweltministeriums, das derzeit den Gipfelvorsitz in der Großregion innehat – einen Sondergipfel „Energie“ einberufen. Thema soll dann auch das AKW Cattenom und der Ausbau der Erneuerbaren Energien sein. In Frankreich betreibt die Electricité de France (EdF) sämtliche Atomkraftwerke. Zudem ist sie der größte Investor für Erneuerbare Energien in Frankreich. Zwischen Nancy und Toul hat die EdF jetzt das größte Solarkraftwerk Europas gebaut.

Eine Delegation der CDU-Landtagsfraktion in Toul hat sich am Mittwoch mit dem EdF-Regionalbevollmächtigten Didier Guénin zu Gesprächen getroffen. Themen waren neben Cattenom auch der künftige Einsatz der Erneuerbaren Energien in Frankreich.

Guénin teilte hierbei mit, dass der Einsatz der Atomenergie bis 2025 von 75 auf 50 Prozent reduziert werden solle, so habe Frankreichs Präsident Hollande entschieden. Cattenom soll bis dahin auf jeden Fall in Betrieb bleiben. Es könnte jedoch bedeuten, dass das Kraftwerk früher als geplant vom Netz geht: Die Laufzeit lag bisher bei 30 Jahren und könnte möglicherweise auf zwölf Jahre verkürzt werden. Frankreich setzt nun, nach Einschätzung der saarländischen CDU-Delegation, zunehmend auf alternative Energien.
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