Entschärfnung einer Weltkriegsbombe

Cochem muss am Sonntag evakuiert werden

Von Kevin Körber

Foto: DPA
Foto: DPA Eine entschärfte 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe wurde am 13. September 2010 im Leipziger Stadtteil Portitz entschärft. Auch sie wurde bei Bauarbeiten gefunden. (Symbolfoto)

Cochem – Bei routinemäßigen Bauarbeiten zum Ausbau des Kaiser-Wilhelm-Tunnels wurde am Donnerstagmorgen eine Weltkriegsbombe auf dem Bahngelände von Cochem zwischen den Gleisen und dem Briederweg gefunden. Am Sonntag wird die Stadt zur Entschärfung der Bombe evakuiert.

In einem Umkreis von einem Kilometer rund um die Fundstelle der Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wird die Stadt Cochem am kommenden Sonntag ab 8:45 Uhr evakuiert. Insgesamt sind 3.000 Menschen in den Stadtteilen Sehl und Brauheck betroffen, berichtet die „Rhein-Zeitung“. Man habe die Entschärfung auf Sonntag gelegt, um so nur die Wohnbevölkerung der Stadt evakuieren zu müssen.

Hilfsbedürftige Menschen können sich unter einer Service-Hotline melden, auch Notunterkünfte können eingerichtet werden. Darüber informiert die Stadt in einer am Freitag verteilten Postwurfsendung.

Beamte von Polizei und Feuerwehr werden nach 8:45 Uhr sämtliche evakuierten Häuser kontrollieren, die Straßen nach Cochem werden bei dem Großeinsatz abgesperrt. Auch der öffentliche Personennahverkehr, sprich: Busse und Züge, werden in der Zeit der Entschärfung umgeleitet und verkehren nicht durch die Stadt. Frühestens gegen 12 Uhr, wenn das komplette Gefahrengebiet geräumt wurde, wird mit der Entschärfung der Weltkriegsbombe begonnen. Entwarnung soll es dann im Idealfall gegen Sonntagnachmittag geben.

Der Blindgänger wurde bei Bodenmessungen der Baustelle entdeckt. Bei dem Vorgehen wird eine Sonde alle 1,5 Quadratmeter sechs Meter tief in die Erde eingelassen, so die „Rhein-Zeitung“. Fremdkörper im Boden werden durch ein Magnetfeld entdeckt. Die zehn Zentner schwere Bombe ist zirka 1,60 Meter lang und wurde vermutlich am 5. Januar 1945 über Cochem abgeworfen, als über die Hälfte der Stadt zerstört wurde. Die Bombe wurde am Donnerstag mit einem Bagger freigelegt, derzeit wird sie von der Bundespolizei bis zur Entschärfung am Sonntag bewacht.
Kommentare