Nach Missbrauchswelle

Kirche stellt neue Leitlinien bei Missbrauch vor

Von Dominik Hammes mit Material von dpa

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Foto: DPA Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz: Bischof Stephan Ackermann.

Trier – Bischof Stephan Ackermann, der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, wird heute in Trier die neuen Leitlinien der katholischen Kirche für den Umgang mit sexuellem Missbrauch vorstellen.

Die neuen Vorschriften stellen eine Reaktion auf die Welle von bekannt gewordenen Missbrauchsfällen dar, die die Schlagzeilen monatelang bestimmte. Sie ersetzen die Regelungen aus dem Jahr 2002 und sollen erheblich strikter ausfallen als diese.

Die Leitlinien sollen nicht nur für Priester sondern auch Ordensangehörige und Mitarbeiter der Bischofskonferenz gelten.

Bayrische Bischöfe hatten bereits vor Monaten beschlossen, dass in Zukunft jeder Missbrauchsverdachtsfall bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht werden soll. Damit, so berichtet der „Trierische Volksfreund“, stünde Ackermann unter Zugzwang, der 47-jährige Bischof sei gegen eine generelle Anzeigepflicht, die Interessen der Opfer seien vorrangig.

Bei dem bis dato größten Missbrauchsskandal der deutschen katholischen Kirche gingen zu Beginn des Jahres zahlreiche Opfer von sexuellem Missbrauch an die Öffentlichkeit. Teilweise lagen die Vorfälle bereits Jahrzehnte zurück. Die Opfer waren als Kinder oder im jugendlichen Alter in katholischen Institutionen missbraucht worden. Bischof Josef Ackermann wurde Ende Februar von der Bischofskonferenz damit beauftragt, die Missbrauchsfälle aufzuarbeiten. Unter seiner Leitung sind die neuen Leitlinien entstanden.
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