Handball
Mit Killerinstinkt: Nadgornaja rettet DHB-Frauen
Von Martin Kloth und Arnulf Beckmann, dpa
Santos - Die deutschen Handball-Frauen sind nur um Haaresbreite an einer Blamage vorbeigeschrammt. Doch der Zittersieg gegen China lässt beste Chancen für das WM-Achtelfinale. Späte Heldin eines Spiels mit Fehlern am laufenden Band war Nadja Nadgornaja.
Nadja Nadgornaja war die späte Heldin einer deutschen Mannschaft, bei der sich eine Unzulänglichkeit an die andere reihte. Die Rückraumspielerin vom deutschen Meister Thüringer HC warf nach dem 20:20 die letzten drei Tore für den EM-13. und sicherte den auf dem Weg zum angestrebten Achtelfinale so immens wichtigen Erfolg. „Ich habe nicht viel nachgedacht. Ich weiß, dass, wenn ich drin bin, Heine erwartet, dass ich zum Tor gehe und Torgefahr ausstrahle. Ich habe versucht, mir gar nicht vor Augen zu führen, wie wichtig das ist“, gestand die gebürtige Ukrainerin.
Drei Würfe, drei Treffer: Für ihre Eiseskälte beim Torabschluss in der hitzigen Schlussphase erntete die 1,84 Meter große Blondine ein Extra-Lob vom Bundestrainer. „Die Herausforderung zum Ende war es, das Tor zu treffen. Das hat Nadja zum Glück sehr gut gemacht. Ich glaube, dass ich sehr oft das Wort Killerinstinkt über Nadja gesagt habe. Den hat sie heute gezeigt“, sagte Heine Jensen.
Doch abgesehen vom Schluss hatte der 34-jährige Däne keine Freude am Spiel. Seine Spielerinnen lieferten ein Fehlerfestival, das seinesgleichen sucht. „Die erste Halbzeit war eine lange Wüstenwanderung, wo wir einen Fehler nach dem anderen machen. Das war noch mehr Lehrgeld als gegen Montenegro. Die Mädels müssen lernen, dass wir nicht im Schongang gewinnen. So gut sind wir noch nicht“, konstatierte Jensen und bedankte sich beim Team aus Asien: „Ich sollte froh sein, dass die auch während der WM knallhart trainiert haben, denn die waren in den letzten 20 Minuten sowas von platt. Das war unsere Chance. Dass wir das gedreht haben, ist für den weiteren Verlauf sehr, sehr wichtig.“
Die Spielerinnen wischten sich nach dem Zittersieg eine Mischung aus Angst- und Anstrengungsschweiß von der Stirn. Die haarsträubenden Fehlleistungen während des gesamten Spiels schienen das Team um Kapitän Isabell Klein im Kopf zu lähmen. „Wir haben gleich am Anfang zwei, drei leichte Fehler gemacht und uns selbst verunsichert. Wir machen Fehler, die dürfen wir in der B-Jugend nicht machen. Da ist es keine Ausrede, dass es ein Reifeprozess ist“, sagte die Linkshänderin vom Buxtehuder SV und meinte mit Blick auf das vierte WM-Spiel am Mittwochabend gegen Island: „Wir werden hoffentlich daraus lernen, dass wir mehr Gas geben müssen, konzentrierter zu Werke gehen müssen.“ (dpa)
























