„Vorgeführt“: Warner braucht Batman
Kampf der Studios: Nolan soll „Justice League“ übernehmen
Von Dominik Hammes
Es herrscht Krieg. Die Fronten sind hart umkämpft und auf den Propagandapostern geben sich Superhelden und Zauberer die Ehre. Eine Industrie ist auf großer Ebene im Umbruch. Um auch in den zukünftigen Schlachten zu bestehen, rekrutieren die großen Produktionshäuser natürlich nur die Besten der Besten. Also Batman. Also Christopher Nolan.
Aus dem Multiversum des zu Warner gehörigen Verlages DC-Comics ist Batman bei Weitem der an der Kinokasse erfolgreichste Charakter. Auch die Kritiker waren sich – wenigstens bei Christopher Nolans zweitem Batman „The Dark Knight“ einig: Wenn Nolan hinter der Kamera und Christian Bale unter der Kutte von Batman steckt, kann man sich auf hervorragendes Kino einstellen.
Wichtiger für die, in den frühen Stunden des heutigen Tages publik gewordenen, Gerüchte bezüglich einer Rückkehr von Nolan zum Charakter Batman ist jedoch der enorme finanzielle Erfolg der Nolan-Batmans: Die Einnahmen der letzten beide Teile haben jeweils die magische Zahl von einer Milliarde US-Dollar überschritten und dabei sind noch keinerlei Merchandise-Verkäufe eingerechnet.
Nachdem die „Harry Potter“-Reihe geendet ist und die Konkurrenz aus Marvel und Disney mit ihren Superhelden immer wieder beeindruckende Erfolg feiert (zuletzt mit den „Avengers“, die auf Platz drei der erfolgreichsten Filme aller Zeiten gelandet sind) muss Warner nachlegen, wenn man dort auch etwas vom lukrativen Superhelden-Kuchen abhaben möchte.
Erfolgreiche Kreativköpfe
Es erscheint also als sehr clever Schritt, das bewährte Team, das dem Studio mit den letzten Batman-Filmen viel Erfolg bescherte, erneut ins Rennen zu schicken. Doch Nolan und Bale sollen nicht an einem neuen „Batman“ mitwirken, sondern den dunklen Ritter als Mitglied des DC-Äquivalents zu den „Avengers“ ins Kino bringen. Die „Justice League“ besteht in den Comics aus verschiedensten Helden des DC-Multiversums, darunter Batman, Green Lantern, Wonder Woman und natürlich Superman. Letzterer wird noch in diesem Jahr seinen gefühlt hundertsten Reboot erfahren. Im Hause Warner ist man so zuversichtlich, dass der Film die Welt begeistern wird, dass man Regisseur Zack Snyder sofort mit in die Dreifaltigkeit der Kinoversion des DC-Multiversums aufnehmen will.
Marvel vs. DC – eine neue Runde
Wenn 2015 Marvel erneut die „Avengers“ ins Rennen schickt, könnte es also erstmals Konkurrenz Seitens DC geben. Wie es inhaltlich gelingen soll, dass in „The Dark Knight Rises“ aufgezeichnete Ende von Bruce Waynes Karriere als dunklen Ritter glaubwürdig in einen neuen Auftritt für Bale umzuleiten und wie der semi-realistische Batman in eine Welt mit übernatürlich starken Menschen und Aliens passen soll, das dürfte die kleinste Sorge sein. Dafür werden Filmemacher und Drehbuchautoren angestellt, genau deshalb bemüht sich Warner um Nolan, Snyder und Autor David S. Goyer – weil sie unter Beweis gestellt haben, erfolgreich große und laute Geschichten zu erzählen.
In seiner Filmkolumne „Vorgeführt“ berichtet newsecho.de-Redakteur Dominik Hammes über die Quellen von Lust und Frust im Leben eines Filmfans.
























