Abgesetzt – Die Medien-Kolumne

Bei Sixx ist Grün das neue Rosa

Von Kevin Körber

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Foto: DPA Sixx-Senderchefin Katja Hofem-Best machte vorher mit DMAX Fernsehen für Männer.

Deutschland hat einen neuen Fernsehsender. Ja, noch einen. Und um genauer zu sein: es ist eine Fernsehsenderin. Sixx startete am vergangenen Freitag und spricht als Zielgruppe die moderne Frau von heute an. Viele dürften davon allerdings gar nichts mitbekommen haben.

Der große Startschuss fiel am Freitag um 20:15 Uhr. Auf der großen Launch-Party des neuen Fernsehsenders Sixx präsentierte die ProSiebenSat.1-Gruppe sein neuestes Baby. Ganz in grün gekleidet hat man seinem Senderchen auch gleich ein großes Highlight für den Start überlassen. Noch vor ProSieben darf Sixx die Free-TV-Premiere des „Sex and the City“-Films ausstrahlen. Ein guter Auftakt, der den Zuschauern, die live dabei sein konnten, signalisieren soll, dass sich der Unterföhringer Medienkonzern bei Sixx nicht lumpen ließ.

Quoten werden bei Sixx noch nicht gemessen. Zudem verbreitet sich der Sender ausschließlich digital – über Astra oder Kabel. Aus technischen Gründen sind um die neun Millionen Kunden des größten Kabelnetzanbieters Kabel Deutschland jedoch bis Ende Mai vom Empfang ausgeschlossen. Wer über DVB-T fern sieht oder noch auf die „altmodische“ Art über Kabel analog, schaut ebenso in die Röhre. Wie viele Zuschauer den Start also tatsächlich vor dem Fernseher verfolgten, steht ebenso in den Sternen wie die Zukunft des Kanals.

In finanziell schwierigen Zeiten verzichtet man bei Sixx auf klassische Werbung innerhalb von Sendungen. Stattdessen setzt man auf sogenannte Scharnierwerbung, die zwischen einzelnen Sendungen oder Serien gezeigt wird. Auch Sonderwerbeformate will man testen, um den Spartenkanal so refinanzieren zu können. Ob die Werbewirtschaft darauf anspringt: völlig offen. Zum Start kann man derzeit zwar Kunden wie Jules Mumm oder ab Oktober den Strumpfhosenhersteller Kunert präsentieren, der als Sendungssponsor auftreten wird; doch es darf in Frage gestellt werden, ob es sich hier eher um Vorschusslorbeeren handelt.

Denn die Werbetrommel für Sixx wurde im Vorfeld gut gerührt: Innerhalb der eigenen Sendergruppe streute man Imagetrailer und auch über Social-Media-Netzwerke erreichte man viele Neugierige. ProSiebens Twitter-Account warb bei seinen rund 37.000 Followern fleißig für die neue Senderin und auch auf Facebook „gefällt“ Sixx bereits mehr als 7.000 Fans. Schaut man sich das Feedback der Netzgemeinde an, ist festzuhalten: Das Programm, insbesondere die gezeigten Serien, können durchaus überzeugen. Doch nach dem Sendestart erreichen den Sixx-Twitter-Account inzwischen täglich mehrfach Fragen nach dem Empfang: Viele können ihren, in den vergangenen Wochen durch offene Kommunikation liebgewonnenen Sender – und dafür muss man den Machern per se ein Kompliment aussprechen – einfach nicht sehen.

Für Sixx verantwortlich zeichnet Senderchefin und Fernsehmacherin Katja Hofem-Best. Sie bewies bereits bei RTL2 als Unterhaltungschefin („Big Brother“, „Popstars“) und danach beim kompletten Aufbau von DMAX – einem Fernsehsender nur für Männer – ein glückliches Händchen und darf nun für ProSiebenSat.1 ran. „Männerfernsehen ist einfach: Es muss dreckig sein und am besten fliegt noch was in die Luft. Das reicht dann schon“, so Hofem-Best im Interview mit „TV Digital“. „Frauen dagegen sind sehr anspruchsvoll in ihrem Fernsehverhalten.“

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