Vorgeführt – Die Filmkolumne

Manchmal kommen sie wieder – Die Rückkehr von Avatar

Von Dominik Hammes

Foto: DPA
Foto: DPA Erfolgsregisseur James Cameron

Angesichts der Rückkehr von „Avatar“ in die Kinosäle wird die 3D-Technologie einmal mehr Thema unserer Filmkolumne.

Dass ich kein Freund des aktuellen 3D-Hypes bin, ist spätestens seit der ersten Ausgabe von „Vorgeführt“ kein Geheimnis mehr. Zwar wurde mir, in einem nicht ganz von der Hand zu weisenden Vergleich unterstellt, ich wiederhole den Fehler der Kritiker des Ton- und des Farbfilms. Bei meinen Ausführungen zum Thema handelte es sich allerdings um eine Momentaufnahme der 3D-Technologie. Dass diese zumindest technisch noch nicht auf einem Status ist, mit dem man sich zufrieden geben sollte, gibt James Cameron zumindest indirekt in einem Interview zu, dass er der Filmseite Latinoreview.com kürzlich gab.

Aufgrund der notwendigen Brillen müssten die Projektoren eigentlich zweimal so hell strahlen als es die, momentan in Kinos eingesetzten Filmprojektoren tun. Auch eine höhere Bildwiederholrate würde der Rekordfilmemacher gerne sehen. Die 3D-Technologie ist seiner Meinung nach – und da liegt er vermutlich richtig – auf dem Vormarsch. Die für „Avatar“ entwickelten Kameras seien bei zahlreichen großen Film-Produktionen im Einsatz und würden auch für Sportereignisse eingesetzt, die Lagerhallen seien leer, so beliebt ist die Technologie.

Im Zuge des anhaltenden Trends schickt Cameron nun die blauen Riesenkatzen von Pandora wieder in die Kinos. Mit neuen – und vermutlich auch längeren Szenen – schafft es „Avatar“ in seiner Special Edition auf insgesamt neun zusätzliche Minuten. Das alleine dürfte den Film zwar nicht unbedingt weit oben in den Kinocharts platzieren, aber die Tatsache, dass die Kinobetreiber großes Vertrauen in die Produktion haben und Camerons Science-Fiction-Spektakel auch auf DVD enorme Erfolge verbuchen konnte, spricht für sich.

Was dabei überraschen mag: Ich hoffe, dass „Avatar“ wieder Erfolg hat. Ich hoffe, dass „Avatar“ wieder Platz eins der Kinocharts belegt, auch mehrere Wochen. Eigentlich absurd, aber der weitere Erfolg des Films wird mich schlimmsten Fall überhaupt nicht tangieren. Im besten Fall wird der weitere Erfolg von Cameron dafür sorgen, dass das 3D-Erlebnis – das ich immer noch kritisiere – besser, erträglicher wird. Selbst einen Markt für 3D-Fernseher scheint  es bereits zu geben, langfristig werden wir also nicht um dreidimensionale Bilder herum kommen. Daher kann es nur gut sein, wenn der Regisseur des erfolgreichsten 3D-Films sich um eine bessere Umsetzung der Technik in den Kinosälen bemüht.

Vielleicht werden die notwendige, filmische Infrastruktur und das Wissen um den sinnvollen Einsatz der Technik zeitgleich erreicht. Sollte dieser wundervolle Zufall eintreten, wäre eine Produktion unter der Mitarbeit von Cameron ein guter Kandidat: Wenn Guillermo del Toro das Buch „At the Mountains of Madness“ von H. P. Lovecraft verfilmt könnte eine nicht ausgereifte 3D-Technologie die falsche Art von Albträumen beim Publikum hervorrufen. Eine ausgereifte hingegen, könnte dem Horrorfilm dabei helfen, richtig gute Albträume zu provozieren.

In seiner Kolumne „Vorgeführt“ berichtet newsecho.de-Redakteur Dominik Hammes über die Quellen von Lust und Frust im Leben eines Filmfans.
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