Abgesetzt – Die Medien-Kolumne 1
Günther Jauch wird Dschungelkönig
Von Kevin Körber
Foto: ProSieben/Kai Schulz
Wer holt Günther Jauch (Michael Kessler, l.) aus dem Dschungelcamp raus? Dirk Bach (Bernhard Hoecker, M.) und Sonja Zietlow (Susanne Pätzold, r.) stellen ihn erneut vor eine knifflige Frage.
„Switch Reloaded“ ist wieder da. Inmitten der Sommerpause schickte ProSieben am Dienstagabend die neueste Staffel der Sendung, die das Fernsehen parodiert ins Rennen. Die Quoten stimmten, bei Twitter war man voll des Lobes. Doch die Auftaktsendung des Ensemble um Bernhard Hoecker, Max Giermann & Co. hatte ihre Schwächen.
Eines vorweg: Ich liebe „Switch Reloaded“. Ich vergöttere das Format schon seit Ende der Neunziger, als es in seiner Erstauflage ausgestrahlt wurde und bin ohnehin der Meinung, die neuen Staffeln der TV-Satire wurden zunehmend perfekter und detailgetreuer – was man nicht von vielen Sendungen behaupten kann. Mit entsprechender Vorfreude sah ich dem Auftakt der neuen Folgen am Dienstagabend entgegen, immerhin gönnte sich das Ensemble beinahe ein Jahr lang Pause.
Doch es war keine reguläre „Switch Reloaded“-Folge. Vielmehr wollte man der Frage nachgehen, wieso RTL in diesem Jahr kein Dschungelcamp ausstrahlte. Um 22:15 Uhr begrüßte zunächst Bernhard Hoecker als Aiman Abdallah in einer Sonderausgabe der ProSieben-Reihe „Galileo Big Pictures“. Man wollte der mysteriösen Frage nachgehen, was mit dem Dschungelcamp 2010 passierte. Die Antwort: RTL ließ zwar eine Staffel produzieren, diese wurde jedoch nie ausgestrahlt. ProSieben jedoch lagen zugespielte Aufnahmen vor.
Die durchaus prominente Besetzung des australischen Dschungels: Modemacher Karl Lagerfeld (Max Giermann), Grand-Prix-Siegerin Lena Meyer-Landrut (Martina Hill), Schuldnerberater Peter Zwegert (Peter Nottmeier), Literaturkritikerin Elke Heidenreich (Petra Nadolny) und das neue ARD-Gesicht Günther Jauch (Michael Kessler). Originalgetreu präsentiert wurde der Dschungelspaß bei „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ von Sonja Zietlow (Susanne Pätzold) und Dirk Back (Bernhard Hoecker).
Das Setup für einen sehenswerten einstündigen Fernsehabend stand also. Wie immer gelang es den Machern der Produktionsfirma Hurricane die einzelnen Charaktere perfekt in Szene zu setzen, die Maskenbildner bewiesen abermals ihr großartiges Können. Sorgen machen muss man sich lediglich um Schauspieler Michael Kessler. Er verkörpert RTL-Moderator Günther Jauch inzwischen derart fehlerfrei und vollendet, dass die „Stern TV“-Nachfolge für Jauch eigentlich geregelt sein müsste. Hervorzuheben sind auch Hoecker und Pätzold, die als Dschungelcamp-Moderatoren Bach und Zietlow glänzten. Hier könnte man einzig und alleine die grelle Stimme Hoeckers bemängeln, die der von Bach zwar nahe kam, aber nicht ganz mit dem schrillen Outfit harmonierte.
Die Parodien auf Zwegert, Heidenreich und Lagerfeld: Solide wie immer. In kurzen Zwischensequenzen mit Kommentaren der Dschungelbewohner zum Geschehen im Camp tauchte auch Max Giermann in seiner Paraderolle als Stefan Raab auf. Er mimte neben Martina Hill als Lena deren Mentor. So ausgereift Hills Imitationen als Sonya Kraus oder „Topmodel“-Mama Heidi Klum auch sind – die Rolle der Lena Meyer-Landrut stand ihr weniger gut zu Gesicht. Zwar ließen sich einige Wesenszüge der quirligen Raab-Entdeckung durchaus erkennen, oft wirkte sie aber deplatziert und überspielt.
Die 60-minütige „Switch Reloaded“-Sondersendung hatte durchaus ihre Highlights – aber auch Längen. Davon leider zu viele. Die Leistungen der Comedy-Truppe sind sicherlich nicht als schlecht einzustufen, dennoch offenbarte die Stunde Sendezeit Schwächen im Drehbuch. Es war allzu deutlich, dass die Dschungelcamp-Besetzung in einer regulären Folge, in denen maximal 30-Sekunden-Ausschnitte pointiert geschrieben werden müssen, besser aufgehoben gewesen wären. Das nachgestellte „Satellite“-Musikvideo am Ende der Sendung, in dem Martina Hill als Lena mit Textpassagen wie „I spent every cent for you, I even did my breasts for you (...) Raab, oh Raab, I gotta tell you how I feel about you“ glänzen konnte, entschädigte jedoch und macht Lust auf mehr in der kommenden Folge.
Das schöne an guten Sendungen ist, dass man ihnen auch mal eine schwächere Leistung verzeiht. So geschehen mit „Switch Reloaded“. Den deutschen Fernsehpreis wird es für das Dschungel-Spezial nicht geben, doch zufrieden darf man bei ProSieben in Unterföhring dennoch sein. Mit 1,24 Millionen Zuschauern in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen und einem Marktanteil von 15,7 Prozent legte „Switch Reloaded“ ein geradezu hervorragendes Comeback hin. Sender und Fans des Formats dürfen also voller Zuversicht auf den nächsten Dienstag blicken. So auch ich. Übrigens: Dschungelkönig der nie ausgestrahlten Staffel von „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ wurde Allzweckwaffe Günther Jauch.
In seiner Kolumne „Abgesetzt“ wirft newsecho.de-Redaktionsleiter
Kevin Körber einen kritisch-amüsierten Blick auf das Drunter und Drüber der Medienwelt.
Doch es war keine reguläre „Switch Reloaded“-Folge. Vielmehr wollte man der Frage nachgehen, wieso RTL in diesem Jahr kein Dschungelcamp ausstrahlte. Um 22:15 Uhr begrüßte zunächst Bernhard Hoecker als Aiman Abdallah in einer Sonderausgabe der ProSieben-Reihe „Galileo Big Pictures“. Man wollte der mysteriösen Frage nachgehen, was mit dem Dschungelcamp 2010 passierte. Die Antwort: RTL ließ zwar eine Staffel produzieren, diese wurde jedoch nie ausgestrahlt. ProSieben jedoch lagen zugespielte Aufnahmen vor.
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- „Switch Reloaded“ – Jauch & Co. im Dschungel
Das Setup für einen sehenswerten einstündigen Fernsehabend stand also. Wie immer gelang es den Machern der Produktionsfirma Hurricane die einzelnen Charaktere perfekt in Szene zu setzen, die Maskenbildner bewiesen abermals ihr großartiges Können. Sorgen machen muss man sich lediglich um Schauspieler Michael Kessler. Er verkörpert RTL-Moderator Günther Jauch inzwischen derart fehlerfrei und vollendet, dass die „Stern TV“-Nachfolge für Jauch eigentlich geregelt sein müsste. Hervorzuheben sind auch Hoecker und Pätzold, die als Dschungelcamp-Moderatoren Bach und Zietlow glänzten. Hier könnte man einzig und alleine die grelle Stimme Hoeckers bemängeln, die der von Bach zwar nahe kam, aber nicht ganz mit dem schrillen Outfit harmonierte.
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Die 60-minütige „Switch Reloaded“-Sondersendung hatte durchaus ihre Highlights – aber auch Längen. Davon leider zu viele. Die Leistungen der Comedy-Truppe sind sicherlich nicht als schlecht einzustufen, dennoch offenbarte die Stunde Sendezeit Schwächen im Drehbuch. Es war allzu deutlich, dass die Dschungelcamp-Besetzung in einer regulären Folge, in denen maximal 30-Sekunden-Ausschnitte pointiert geschrieben werden müssen, besser aufgehoben gewesen wären. Das nachgestellte „Satellite“-Musikvideo am Ende der Sendung, in dem Martina Hill als Lena mit Textpassagen wie „I spent every cent for you, I even did my breasts for you (...) Raab, oh Raab, I gotta tell you how I feel about you“ glänzen konnte, entschädigte jedoch und macht Lust auf mehr in der kommenden Folge.
Das schöne an guten Sendungen ist, dass man ihnen auch mal eine schwächere Leistung verzeiht. So geschehen mit „Switch Reloaded“. Den deutschen Fernsehpreis wird es für das Dschungel-Spezial nicht geben, doch zufrieden darf man bei ProSieben in Unterföhring dennoch sein. Mit 1,24 Millionen Zuschauern in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen und einem Marktanteil von 15,7 Prozent legte „Switch Reloaded“ ein geradezu hervorragendes Comeback hin. Sender und Fans des Formats dürfen also voller Zuversicht auf den nächsten Dienstag blicken. So auch ich. Übrigens: Dschungelkönig der nie ausgestrahlten Staffel von „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ wurde Allzweckwaffe Günther Jauch.
In seiner Kolumne „Abgesetzt“ wirft newsecho.de-Redaktionsleiter
Kevin Körber einen kritisch-amüsierten Blick auf das Drunter und Drüber der Medienwelt.














14.07.2010, 22:28 Uhr 1
Noch 6 Minuten, dann ist der Download fertig - Onlinetvrecorder ist schon was Feines ;-)
(Ich weiß, das gibts auch in der Mediathek... aber so kann ich es auch gucken, wenn ich kein WLan habe, außerdem ist die Qualität meistens besser).
Und ich glaube das Team müsste sich schon sehr doof dranstellen, damit Switch nicht erfolgreich weiterläuft.