03.08.2010, 16:52 Uhr
Abgesetzt - Die Medien-Kolumne
The Sky is the Limit – Vom Scheitern des Pay-TV
Von Dominik Hammes
Dem Premiere-Nachfolger Sky geht es nicht gut. Gar nicht gut. Trotz leicht steigender Abonnentenzahl bleiben die Umsatzzahlen des Pay-TV-Senders mau. Eigentlich kein Wunder.
Gerade erst hat das Unternehmen enttäuschende Zahlen bekannt gegeben, eine notwendige Finanzspritze angekündigt – und schon sinkt der Aktienkurs der Sky Germany AG. Dabei konnte Sky, wie der Branchendienst Dwdl.de berichtet, kleine Erfolge verbuchen, erwartet aber nach eigenen Angaben nicht, in 2011 schwarze Zahlen zu schreiben.
Ob Sky als Pay-TV-Sender mit einem dermaßen breitgefächerten Angebot langfristig überhaupt noch existieren kann, ist fraglich.
Als Premiere im Jahr 1990 erstmals mit einem verschlüsselten Fernseh-Programm aufwartete, war die Film- und Fernsehlandschaft eine andere. Die Zeit, die zwischen der Auswertung eines Films im Kino und seinem erneuten Erscheinen im Fernsehen verging, war erheblich größer. Auch die Wiedergeburt des Heimvideomarktes durch die DVD hatte noch nicht stattgefunden. Für Filmfreunde stellte Premiere also eine Verkürzung der Wartezeit dar.
Mittlerweile wird es schwer fallen, einen Filmfan ohne DVD- oder Blu-Ray-Player zu finden. Filme vor der sogenannten Free-TV-Premiere im Programm zu haben, wird nur für eine Minderheit Grund genug sein, ein Sky-Abonnement zu erwerben. Zumal das große Filmprogramm nur gegen Aufpreis zu haben ist.
Insgesamt ist die Konkurrenz für einen Pay-TV-Sender in Deutschland größer geworden. Serien und Filme verkaufen sich nicht nur auf DVD und Blu-Ray sondern auch in On-Demand-Angeboten im Internet. Der Unterhaltungsmarkt ist härter geworden: Video- und Computerspiele buhlen zusätzlich um Geld, Aufmerksamkeit und Zeit potentieller Kunden.
Eigentlich wünscht man sich von einem deutschen Pay-TV-Kanal, dass er das hiesige Äquivalent zu den amerikanischen Sendern HBO und Showtime wird: Ein Sender der mit fiktionalen Eigenproduktionen neue Standards setzt und Risiken abseits des Massengeschmacks eingehen kann, da er sich über eine monatliche Gebühr finanziert. Obwohl Sky-Vorstandschef Brian Sullivan noch im Mai Eigenproduktionen angekündigt hatte, lässt die finanzielle Situation nichts gutes ahnen.
Hinzu kommt, dass viele der Produktionen der Pay-TV-Sender, die in den USA für den Erfolg ihrer Sender gesorgt haben, in Deutschland im Free-TV laufen. Während Sendungen wie „The Sopranos“, „Six Feet Under“ und „Californication“ im Rahmen amerikanischer Konventionen keinen Platz im Free-TV haben, laufen sie in Deutschland im regulären Fernsehprogramm. Ohne die moralisch motivierte Marktlücke, die den amerikanischen Pay-TV-Sendern zur Verfügung steht, wird es Sky auch mit einer gelungenen, fiktionalen Eigenproduktion schwer fallen Aufmerksamkeit zu erregen – die müsste dann wirklich teuflisch gut sein.
Langfristig muss man sich die Frage stellen, was Sky noch an Optionen bleibt um eine größere Menge an Kunden an sich zu binden. Lediglich Sport-Veranstaltungen scheinen aufgrund ihres Zwangs zur Live-Übertragung noch ein überzeugendes Argument zum Abschliessen eines Abos zu liefern. Sky ist im Zugzwang und muss sich etwas einfallen lassen.
In seiner Kolumne „Abgesetzt“ wirft newsecho.de-Redaktionsleiter
Kevin Körber einen kritisch-amüsierten Blick auf das Drunter und Drüber der Medienwelt. In dieser Woche wurde die Kolumne von unserem Volontär Dominik Hammes übernommen.
Ob Sky als Pay-TV-Sender mit einem dermaßen breitgefächerten Angebot langfristig überhaupt noch existieren kann, ist fraglich.
Als Premiere im Jahr 1990 erstmals mit einem verschlüsselten Fernseh-Programm aufwartete, war die Film- und Fernsehlandschaft eine andere. Die Zeit, die zwischen der Auswertung eines Films im Kino und seinem erneuten Erscheinen im Fernsehen verging, war erheblich größer. Auch die Wiedergeburt des Heimvideomarktes durch die DVD hatte noch nicht stattgefunden. Für Filmfreunde stellte Premiere also eine Verkürzung der Wartezeit dar.
Mittlerweile wird es schwer fallen, einen Filmfan ohne DVD- oder Blu-Ray-Player zu finden. Filme vor der sogenannten Free-TV-Premiere im Programm zu haben, wird nur für eine Minderheit Grund genug sein, ein Sky-Abonnement zu erwerben. Zumal das große Filmprogramm nur gegen Aufpreis zu haben ist.
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Eigentlich wünscht man sich von einem deutschen Pay-TV-Kanal, dass er das hiesige Äquivalent zu den amerikanischen Sendern HBO und Showtime wird: Ein Sender der mit fiktionalen Eigenproduktionen neue Standards setzt und Risiken abseits des Massengeschmacks eingehen kann, da er sich über eine monatliche Gebühr finanziert. Obwohl Sky-Vorstandschef Brian Sullivan noch im Mai Eigenproduktionen angekündigt hatte, lässt die finanzielle Situation nichts gutes ahnen.
Hinzu kommt, dass viele der Produktionen der Pay-TV-Sender, die in den USA für den Erfolg ihrer Sender gesorgt haben, in Deutschland im Free-TV laufen. Während Sendungen wie „The Sopranos“, „Six Feet Under“ und „Californication“ im Rahmen amerikanischer Konventionen keinen Platz im Free-TV haben, laufen sie in Deutschland im regulären Fernsehprogramm. Ohne die moralisch motivierte Marktlücke, die den amerikanischen Pay-TV-Sendern zur Verfügung steht, wird es Sky auch mit einer gelungenen, fiktionalen Eigenproduktion schwer fallen Aufmerksamkeit zu erregen – die müsste dann wirklich teuflisch gut sein.
Langfristig muss man sich die Frage stellen, was Sky noch an Optionen bleibt um eine größere Menge an Kunden an sich zu binden. Lediglich Sport-Veranstaltungen scheinen aufgrund ihres Zwangs zur Live-Übertragung noch ein überzeugendes Argument zum Abschliessen eines Abos zu liefern. Sky ist im Zugzwang und muss sich etwas einfallen lassen.
In seiner Kolumne „Abgesetzt“ wirft newsecho.de-Redaktionsleiter
Kevin Körber einen kritisch-amüsierten Blick auf das Drunter und Drüber der Medienwelt. In dieser Woche wurde die Kolumne von unserem Volontär Dominik Hammes übernommen.
























