Vorgeführt – Die Film-Kolumne

Alte Bekannte: Kino (fast) wie früher

Von Dominik Hammes

Foto: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
Foto: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany Nach dem Erfolg der 3D-Variante von „Der König der Löwen“ schickt sich Disney an, weitere Klassiker zurück auf die Leinwand zu bringen.

„Die schöne und das Biest“, „Arielle die Meerjungfrau“, „Monsters Inc.“ und „Findet Nemo“ – das sind die Disney-Filme, die das Studio in den nächsten zwei Jahren wieder in die Kinos bringen will. Damit knüpft man eigentlich an eine alte Tradition an, auch wenn es einen kleinen, aber wichtigen Unterschied gibt.

Satte sechs Mal schaffte es Disneys fünfte Zeichentrickproduktion in Spielfilmlänge in die Kinosäle. Mit Neuveröffentlichungen in jedem Jahrzehnt nach seiner Premiere im Jahr 1942, erreichte „Bambi“ – bis zum Durchbruch des Heimkinos in den späten Achtzigern – mehrere Generationen von Kinogängern. Das ist nur ein Beispiel für eine Tradition, die insbesondere ältere Disney-Filme ausmachte: Sie schafften es immer wieder in die Kinos, gaben damit Geschwistern und Eltern eine gemeinsame Erinnerung. Was Vater und Mutter als Kinder im Kino gesehen hatten, konnte der Nachwuchs im gleichen Alter ebenfalls auf der großen Leinwand erfahren.

Damit war irgendwann Schluss. Disney verlagerte die Weiterverwertung der großen Zeichentrickfilme nach ihrem ersten Kinolauf ins Heimkino. Auch Fortsetzungen der Leinwandabenteuer landeten sofort in den Videoregalen, auch um Fernsehproduktionen bemühte man sich stärker. Das gemeinsame Erleben der kinderfreundlichen Geschichten, darauf mussten Kinder und Eltern nun lange verzichten.

Ausgerechnet die umstrittene 3D-Technologie verhilft der Tradition des Wiederveröffentlichens von älteren Filmen nun zu einer Renaissance. Der Erfolg, besonders an den US-Kinokassen, der Rückkehr des „König der Löwen“ in seiner 3D-Fassung, hat den wichtigsten Motivator im Hause Disney angesprochen: Das Interesse am Geld verdienen. Der beliebte Zeichentrickfilm thronte tatsächlich auf dem ersten Platz der amerikanischen Kinocharts und schaffte auch in Deutschland einen Achtungserfolg. Vier weitere erfolgreiche Animationsfilme sollen in den nächsten Jahren folgen, natürlich auch aus dem Hause Pixar und natürlich in 3D.

Ob die neue Technologie jedoch ausschlaggebend für den Erfolg der Wiederveröffentlichung war? Es scheint wesentlich wahrscheinlicher zu sein, dass es der vertraute Film, der bekannte Name war, der insbesondere die Eltern anlockte. Neben dem Genuss, alte Kindheitserinnerungen aufzufrischen, wussten die Elternteile zusätzlich auch, worauf sie sich einlassen.

Gerade bei der Auswahl eines Films für das eigene Kind, mag man sich ungern überraschen lassen. Ob nun neben 3D-Neuauflagen von altbewährtem – seien es nun Disneys Animationsfilme, „Star Wars“ oder die jüngst angekündigte 3D-Version von „Titanic“ – auch die 2D-Fassungen älterer Filme ihren Weg zurück ins Kino finden? Schön wäre es.

In seiner Kolumne „Vorgeführt“ berichtet newsecho.de-Redakteur Dominik Hammes über die Quellen von Lust und Frust im Leben eines Filmfans.
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