12.07.2010, 15:58 Uhr
Abgesetzt – Die Medien-Kolumne
Netzer und andere TV-Abschiede
Von Kevin Körber
Die Weltmeisterschaft in Südafrika hat Spanien als Sieger gefunden und ging mit einem großen Feuerwerk zu Ende. Mit der Fußball-WM 2010 endete aber auch die Zeit Günter Netzers im ARD-Kommentarengespann zusammen mit Gerhard Delling.
So viel ist klar: Die Fußball-Analysen des Duos Delling/Netzer wurde nicht von allen geliebt. Sie waren umstritten, was beim Aufeinandertreffen dieser beiden Charaktere aber völlig selbstverständlich scheint. Auf der einen Seite der durchweg eloquente Gerhard Delling, ihm gegenüber der oft gleichgültig wirkende und mit trockenem Humor glänzende Günter Netzer, an dem vieles abzuprallen schien, wie an der Latte des Tors.
Es waren die kleinen Missverständnisse zwischen dem Waldorf und dem Statler der ARD, die die Analysen für das fußballschauende Publikum oftmals zur Nebensache deklassierten und eben einfach „Delling und Netzer“ waren. So waren sie und so agierten sie mehr als zwölf Jahre lang nebeneinander. Entweder liebte oder hasste man sie dafür.
Dass ein Günter Netzer nach zwölf Jahren Fernsehehe mit Gerhard Delling ganz urplötzlich unverblümt Emotionen freien Lauf lässt, das wäre selbst bei seiner letzten Sendung zu viel verlangt. Aber dennoch: Man merkte dem ehemaligen Nationalspieler mit der Föhnfrisur den Kloß im Hals deutlich an, als die Uhr nach dem kleinen Finale der deutschen Elf gegen Uruguay kontinuierlich gen Sendeende tickte.
Delling überreichte seinem Gegenspieler zum Abschied eine DVD-Kollektion mit Netzers besten Analysen, Versprechern und Beschimpfungen die sich gegen Gerhard Delling richteten. Es folgte eine „längere Rede“ Dellings, die er sich auf einem Zettel notiert hatte. Mit einem sichtlich ehrlich gemeinten „Danke!“ spielte er dann den Ball zu Netzer, der sich mit jedem Wort ergriffener zeigte und versöhnlich auf die letzten 13 Jahre blickte. Insbesonders würdigte er die Arbeit der Mitarbeiter hinter den Kameras: „Sie waren alle immer sehr sehr lieb zu mir. Das ist etwas, was ich mitnehme. Es sind fast nur schöne Erfahrungen – und auch schöne Erfahrungen mit ihnen“, resümierte er in Richtung Delling. „Sie haben sich in den 13 Jahren als echter Freund bewiesen – auch vor der Kamera.“
Doch der sonst so lobkarge Netzer musste natürlich noch einen nachsetzen: „Meine Leidensfähigkeit wurde auf eine große Probe gestellt.“ Nach einem überraschenden Einspielfilm am Ende stürmten Mitarbeiter der Produktion das Studio, verpassten Delling und Netzer einen blauen Bauarbeiterhelm und verabschiedeten sich vom Duo, das sich frisurtechnisch in den vergangenen Jahren sichtlich näher gekommen ist. Zusammen mit dem erreichten dritten Platz der deutschen Nationalmannschaft ein sympathisches und leicht wehmütiges Ende dieser öffentlich-rechtlichen Veranstaltung, dass vielleicht nicht immer die überaus geschliffenen, messerscharfen und emotionalen Spielanalysen, sondern vielmehr das Medienprodukt „Delling und Netzer“ am Samstagabend ehrte.
In seiner Kolumne „Abgesetzt“ wirft newsecho.de-Redaktionsleiter Kevin Körber einen kritisch-amüsierten Blick auf das Drunter und Drüber der Medienwelt.
Es waren die kleinen Missverständnisse zwischen dem Waldorf und dem Statler der ARD, die die Analysen für das fußballschauende Publikum oftmals zur Nebensache deklassierten und eben einfach „Delling und Netzer“ waren. So waren sie und so agierten sie mehr als zwölf Jahre lang nebeneinander. Entweder liebte oder hasste man sie dafür.
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- Delling und Netzer – Das ungleiche Duo
Delling überreichte seinem Gegenspieler zum Abschied eine DVD-Kollektion mit Netzers besten Analysen, Versprechern und Beschimpfungen die sich gegen Gerhard Delling richteten. Es folgte eine „längere Rede“ Dellings, die er sich auf einem Zettel notiert hatte. Mit einem sichtlich ehrlich gemeinten „Danke!“ spielte er dann den Ball zu Netzer, der sich mit jedem Wort ergriffener zeigte und versöhnlich auf die letzten 13 Jahre blickte. Insbesonders würdigte er die Arbeit der Mitarbeiter hinter den Kameras: „Sie waren alle immer sehr sehr lieb zu mir. Das ist etwas, was ich mitnehme. Es sind fast nur schöne Erfahrungen – und auch schöne Erfahrungen mit ihnen“, resümierte er in Richtung Delling. „Sie haben sich in den 13 Jahren als echter Freund bewiesen – auch vor der Kamera.“
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24. Oktober 1997: Abschied von Eduard Zimmermann
Letzte Abmoderation von „Aktenzeichen XY“-Gründer Eduard Zimmermann. Insgesamt präsentierte er 300 Folgen der erfolgreichen Ermittlungssendung zwischen 1967 und 1997. Zimmermann wurde dafür zum „Ehrenkommissar“ ernannt, im September 2009 verstarb er im Alter von 80 Jahren. Sein Format läuft heute noch erfolgreich im ZDF.
























