Lena Meyer-Landrut

Wir sind Lena: Unser Star siegt in Oslo

Von Kevin Körber

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Foto: DPA Lena Meyer-Landrut hat den Eurovision Song Contest gewonnen.

Oslo – Die Sensation ist perfekt. Die 19-jährige Lena Meyer-Landrut aus Hannover gewinnt den diesjährigen Eurovision Song Contest in Oslo. Mit ihrem Song „Satellite“ eroberte das Raab-Ziehkind nicht nur Deutschland, sondern nun auch ganz Europa. Damit siegt Deutschland nach 28 Jahren wieder im internationalen Song-Wettbewerb.

Mit zittriger Stimme und feuchten Augen stand Lena Meyer-Landrut als Siegerin des Eurovision Song Contests auf der Bühne der riesigen Telenor Arena, um zum Abschluss eines langen Abends noch einmal ihren Debütsong „Satellite“ zu performen. Es ist der krönende Abschluss eines langen Weges, der verdiente Lohn für monatelange Vorbereitungen, die sie letztendlich bis nach Oslo gebracht haben. Dort setze Lena sich am Samstagabend gegen 25 Finalisten durch.

Insgesamt vergaben 39 an dem Gesangswettbewerb beteiligten Länder in ganz Europa ihre Punkte via Telefonvoting und durch die Fachjury, die Mehrzahl der maximal zwölf möglichen Punkte heimste Lena für sich ein. Am Ende kam die Hannoveranerin auf 246 Punkte. Mit ihrem frenetisch gefeierten Sieg holte Lena Meyer-Landrut den Eurovision Song Contest damit zugleich nach Deutschland. Auf Platz zwei landete die Türkei mit 170 Punkten, Dritter wurde Rumänien mit 162 Punkten.

Lenas Weg zum Grand-Prix-Sieg


Durch ihre frische Art und ihre natürliche Schlagfertigkeit fiel sie unter den Bewerbern bei Stefan Raabs Casting-Show „Unser Star für Oslo“ sofort auf, begeisterte die Zuschauer schon von der ersten Castingrunde an. Trainieren kann man Lena Meyer-Landruts Art nicht, sie ist die geborene Entertainerin und stellte dies in den vergangenen Wochen und Monaten, in denen der Trubel um das junge Mädchen größer und größer wurde, unter Beweis. Negativschlagzeilen, beispielsweise um die aus dem RTL-Archiv ausgegrabene Nacktszene in einem Swiningpool, prallten scheinbar komplett an Lena ab. Sie zeigte sich stets lässig im Umgang mit der Presse und ließ Privates außen vor, blockte Fragen danach konsequent ab.

Dass Lena Meyer-Landrut über ausreichen Ehrgeiz verfügt, zeigte sich bereits vor der großen Entscheidung in Norwegen. Noch während den „Unser Star für Oslo“-Shows machte Lena – ganz nebenbei – ihr Abitur, drehte ein Musikvideo und nahm zwischen wichtigen Klausuren und mündlicher Prüfung ihr Sieger- und Debütalbum „My Cassette Player“ auf. Der Fleiß wurde mit drei Singles in den deutschen Charts und der Spitze der Albumcharts belohnt.

Favoritenrolle


Schnell schwappte die Welle der „Lenamania“ von Deutschland aus über ganz Europa, Buchmacher sahen die deutsche Eurovision-Vertreterin lange vor dem Finalabend als Mit-Favoritin auf den Sieg hinter der zwei Jahre jüngeren Safura aus Aserbaidschan. Auch die Armenierin Eva Rivas rangierte mit ihrem Titel „Apricot Stone“ weit oben bei den Wettanbietern. Nach den letzten Generalproben konnte Lena ihre Favoritenrolle erneut stärken und lag bei einer Umfrage des schwedischen Instituts Cint weit vorn (newsecho.de berichtete). In 40 europäischen Ländern bekam Lena hier die meisten Stimmen.

Stefan Raab, der neue Ralph Siegel


Deutschland gewann den internationalen Songwettbewerb in 55 Jahren erst ein einziges Mal. Am 24. April 1982 siegte die damals 17-jährige Saarländerin in Harrogate mit ihrem Song „Ein bisschen Frieden“. Damals verfolgten rund 600 Millionen Menschen in ganz Europa, wie Nicole mit ihrer weißen Gitarre auf dem Schoß für Deutschland sang. Produziert wurde sie von Grand-Prix-Urgestein Ralph Siegel. Entertainer Stefan Raab könnte nun in seine deutlich moderneren Fußstapfen treten. Die ARD und ProSieben gaben bereits bekannt, ihre Zusammenarbeit auch im nächsten Jahr zu verlängern. Dann wird ein neuer deutscher Grand-Prix-Teilnehmer gecastet.

Punkte für Deutschland

Rumänien: 3 Punkte
Irland: 8 Punkte
Serbien: 8 Punkte
Albanien: 10 Punkte
Türkei: 10 Punkte
Kroatien: 6 Punkte
Polen: 7 Punkte
Bosnien & Herzegowina: 8 Punkte
Finnland: 12 Punkte
Slowenien: 10 Punkte
Estland: 12 Punkte
Moskau: 6 Punkte
Portugal: 1 Punkt
Aserbaidschan: 1 Punkt
Griechenland: 2 Punkte
Island: 3 Punkte
Dänemark: 12 Punkte
Frankreich: 3 Punkte
Spanien: 12 Punkte
Slowakei: 12 Punkte
Bulgarien: 3 Punkte
Ukraine: 5 Punkte
Lettland: 12 Punkte
Malta: 4 Punkte
Norwegen: 12 Punkte
Zypern: 4 Punkte
Litauen: 10 Punkte
Weißrussland: 0 Punkte
Schweiz: 12 Punkte
Belgien: 10 Punkte
England: 4 Punkte
Niederlande: 4 Punkte
Israel: 0 Punkte
Mazedonien: 8 Punkte
Moldawien: 0 Punkte
Georgien: 0 Punkte
Schweden: 12 Punkte
Armenien: 0 Punkte
Diese Künstler traten für Deutschland bereits beim Grand-Prix an 1/54
1956
Walter Andreas Schwarz
«Im Wartesaal zum großen Glück»

Freddy Quinn
«So geht das jede Nacht»
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