„BuViSoCo“-Teilnehmer Baden-Württemberg

Bakkushan: „Zusammentreffen von David und Goliath“

Von Nadja Passon

Foto: ProSieben/newsecho.de
Foto: ProSieben/newsecho.de Im März dieses Jahres veröffentlichten die vier endlich ihr Debütalbum, das die hohen Erwartungen an die Coolness der Band nach der ersten Promosingle „Baby, Du siehst gut aus“ noch deutlich übertraf.

Am 1. Oktober treten 16 Bands und Einzelkünstler aus 16 Bundesländern beim „Bundesvision Song Contest“ an, um neben Punkten für ihre musikalische Darbietungen auch Sympathien der Zuschauer einzuheimsen. newsecho.de stellt die Teilnehmer des Raab-Contests im Interview vor. Heute: Bakkushan für Baden-Württemberg.

Bereits zum sechsten Mal veranstaltet Raab in diesem Jahr seinen „Bundesvision Song Contest“ („BuViSoCo“), ein Grand-Prix der Bundesländer Deutschlands. Etablierte Bands treten am 1. Oktober in der Max-Schmeling-Halle in Berlin gegen bisher unbekannte Geheimtipps und regionale Newcomer an. Nicht immer ein Kräftemessen auf gleicher Augenhöhe, doch eine Musikförderung wie es sie hierzulande kein zweites Mal gibt.

 

„Am liebsten wäre glaube ich jeder von uns sofort losgezogen und hätte allen Freunden und Verwandten davon erzählt“, erzählen die vier Mitglieder der 2007 gegründeten Indie-Band im newsecho.de-Interview auf die Frage, wie sie auf die freudige Nachricht, dass sie beim „BuViSoCo“ teilnehmen dürfen, reagiert haben. „Wir kamen gerade nach mehreren hundert Kilometern Fahrt völlig geschlaucht von einem anstrengenden Wochenende nach Hause, als wir den Anruf erhielten, dass wir für Baden-Württemberg antreten dürfen. Das war auf jeden Fall ein unvergesslicher Moment.“

 

Obwohl jeder von ihnen am liebsten „sofort losgezogen wäre und allen Freunden und Verwandten davon erzählt hätte“, waren Bakkushan in den ersten Tagen zur „Freude im Stillen“ gezwungen, da die Teilnehmer offiziell noch nicht feststanden. Und die (Vor-)Freude hält an: „Seitdem ist kein Tag vergangen, an dem wir uns nicht wie kleine Kinder darüber freuen, dass wir mit von der Partie sind“, erzählen sie euphorisch.


Den Wettbewerb zwischen großen Stars und Neulingen, den die Band selbst als ein „Zusammentreffen von David und Goliath“ bezeichnet, betrachten sie keineswegs als ungerecht. Die vier Württemberger stehen der großen Herausforderung viel eher freudig und gelassen gegenüber: „Wir betrachten die ganze Veranstaltung nicht so sehr als Wettbewerb, bei dem wir unbedingt auf Platz X landen müssen. Wir sind einfach nur happy, dass wir die Möglichkeit bekommen, unsere Musik vor einem so großen Publikum zu präsentieren.“

 

Zudem fügen die vier Jungs hinzu, dass sie in dem Messen mit Giganten vielmehr eine große Chance sehen: „Die ganze Veranstaltung lebt ja auch davon, dass dort große Namen mitmischen, die viele Zuschauer vor den Fernseher ziehen. Das ermöglicht den unbekannteren Bands ja überhaupt erst, ein riesiges Publikum zu erreichen.“

 

Bakkushan mit ihrem Titel „Springwut“

 

Außerdem glauben sie noch einen Vorteil für die „kleinen Newcomer“ in den Wettbewerbsbedingungen gefunden zu haben: „Niemand wird sich wundern, wenn zum Beispiel Unheilig oder Ich+Ich den Contest gewinnen. Wenn sich allerdings ein relativ unbekannter Act überraschend gut platziert, ist ihm bestimmt einiges an Aufmerksamkeit sicher“.

 

Im „BuViSoCo“ sehen die Musiker aber nicht nur eine Chance, sich zu profilieren und Aufmerksamkeit zu erlangen, sondern auch um die neue Plattform für „unglaublich gute und hörenswerte Künstler“ aus dem eigenen Land zu nutzen, denen im Radio und anderen Medien allerdings zu häufig kein Gehör geschenkt wird. „Mit dem ‚BuViSoCo‘ gibt Stefan Raab schon seit 2005 genau diesen Künstlern eine Plattform“, loben sie das Projekt.

 

Bei der Frage, wem sie persönlich die Daumen für den Contest drücken würden, wollen sich die Bandmitglieder auf keine bestimmte Band festlegen. Jedenfalls fiebern sie mit den Vertretern des „David-Lagers“ mit, wie sie sagen. Die Daumen gedrückt bekommt die Band von keinem Geringeren als von den Bayern-Vertretern „Blumentopf“, die bereits am 6. September in der Show aufgetreten waren. Dies hatten die fünf Rapper newsecho.de gegenüber im Interview verraten.

 

Bereits ein Jahr nach ihrer Gründung spielten Bakkushan auf dem „Hurricane“-Festival, einem der größten Musikfestivals in Deutschland. Bisher war dies die bekannteste und größte Plattform, auf der Bakkushan auftreten durfte. Auf unsere Frage, welcher ihrer Auftritte der bedeutenste gewesen sei, antworten die Jungs aber, dass der
„Hurricane"-Auftritt  bloß rein formal der beeindruckenste war. „Auch Konzerte in kleinen engen Clubs können uns begeistern. Jedes Bandmitglied hat seine eigenen Favoriten. Die Anzahl der Konzertbesucher dürfte hierbei noch nicht einmal die größte Rolle spielen.“ Beim verrücktesten Auftritt sind sich die Mitglieder Daniel, Robert, Christian und Jan allerdings einig: „Ein Konzert in einem über Berlin fliegenden Rosinenbomber“.

 

Auch der Rahmen des „BuViSoCo“ ist für die Band neu: „Als Liveband sind wir gewohnt, dass wir unserem Publikum direkt gegenüberstehen und dadurch auch ein direktes Feedback bekommen. Beim ‚BuViSoCo‘ gibt es zum einen die Live-Situation, nämlich das Publikum im TV-Studio vor Ort. Darüber hinaus gibt es allerdings ein viel größeres für uns unsichtbares Publikum, das wir übers Fernsehen erreichen können. Das ist für uns neu; ich kann jetzt schon versprechen, dass wir ziemlich aufgeregt sein werden.“

 

Nach dem Auftritt beim Song-Contest beginnen die Württemberger ihre „erste große eigene Headliner-Tour“ durch Deutschland und Österreich. Danach soll dann die nächste Platte folgen.

 

Bakkushan treten am 1. Oktober (20:15 Uhr, ProSieben) für Baden-Württemberg mit dem Titel „Springwut“ an. Morgen im newsecho.de-Interview zum „Bundesvision Song Contest“: Silly für Sachsen-Anhalt.

„BuViSoCo“: Diese Künstler treten für ihre Bundesländer an 1/16
Baden Württemberg: Bakkushan – „Springwut“
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