Streit geht weiter
Verleger-Klage gegen „Tagesschau“-App vor Gericht
Köln - Zeitungsmacher und ARD stehen sich an diesem Donnerstag vor Gericht gegenüber. Grund ist eine Klage von acht Verlagen gegen die kostenlose „Tagesschau“-App.
„Wir sind überzeugt, dass diese Presseähnlichkeit gegen den Rundfunkstaatsvertrag verstößt“, sagt Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger. Die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel meint dagegen, die „Tagesschau“ müsse in allen Medien und Darstellungsformen präsent sein: „Unser Publikum erwartet - zurecht - dass es die Inhalte, für die es Rundfunkgebühren bezahlt hat, auch auf allen relevanten Endgeräten abrufen kann.“
Geklagt haben der Axel Springer Verlag („Welt“, „Bild“), die WAZ Mediengruppe, die „Süddeutsche Zeitung“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, M. DuMont Schauberg („Kölner Stadt-Anzeiger“, „Berliner Zeitung“), das Medienhaus Lensing („Ruhr Nachrichten“), die „Rheinische Post“ sowie die Medienholding Nord („Flensburger Tageblatt“, „Schweriner Volkszeitung“).
Die ARD argumentiert dagegen, die „Tagesschau“-App enthalte nichts, was nicht auch schon auf der Internetseite „tagesschau.de“ veröffentlicht wurde. Im Umkehrschluss könnte das allerdings heißen, dass die „Tagesschau“, falls sie den Prozess verliert, Texte nicht nur aus der App, sondern - nach einer weiteren denkbaren Klage - auch aus „tagesschau.de“ entfernen müsste.
Es sind aber auch Kompromisse denkbar: Sei es, dass ARD und ZDF Texte von Zeitungen zukaufen und ihre Angebote auf die Zeitungsseiten verlinken, sei es, dass die „Tagesschau“-App Texte künftig nur noch kostenpflichtig anbietet. (dpa)
























