„Fernsehkritik TV“

„Scheiß RTL“ gerichtlich gestoppt

Von Kevin Körber

Foto: obs/Alsterfilm
Foto: obs/Alsterfilm Der Verkauf des T-Shirts mit der Aufschrift „Scheiß RTL“ ist per Einstweiliger Verfügung von RTL untersagt worden.

Hamburg/Köln – Der Fernsehsender RTL hat vor dem Kölner Landgericht eine Einstweilige Verfügung gegen den Video-Podcast „Fernsehkritik TV“ erwirkt. Streitpunkt ist ein auf der Website der Sendung vertriebenes T-Shirt mit der Aufschrift „Scheiß RTL“.

In seinem kritischen Online-Magazin „Fernsehkritik TV“ nimmt dessen Macher, Holger Kreymeier, regelmäßig die Medienlandschaft genau unter die Lupe. Dabei geht er, wie einst Oliver Kalkofe in seiner Show „Kalkofes Mattscheibe“, nicht gerade liebevoll mit Sendern, Sendungen und Produktionsfirmen um. Auf bissige und zynische Art und Weise kommentiert er Auffälligkeiten des deutschen Fernsehprogramms. Genau für diese offene und ehrliche Analysen schätzen ihn inzwischen seine Zuschauer.

Auf der Website zum Video-Podcast bietet Kreymeier auch zahlreiches Merchandise zu seiner Sendung an. Dort erhältliche T-Shirts tragen Aufschriften wie „Dokusoap-Darsteller“, „Schon abGEZockt?“ oder „Schlechte Witze haben einen Barth“. Eines der neueren Produkte ist ein Shirt, auf dem das Logo des Kölner Privatsenders RTL abgebildet ist. Statt des Slogans „Mein RTL“ ist auf Kreymeiers Kreation jedoch „Scheiß RTL“ zu lesen. Dabei wurde das Originallogo des Senders genutzt.

Verstoß gegen Markengesetz


Bereits Anfang September reagierte RTL auf die Verbreitung des T-Shirts und ließ Kreymeier eine Unterlassungserklärung zukommen. In dieser wies man darauf hin, dass „Fernsehkritik TV“ gegen das Markengesetz verstoße. Name und RTL-Logo seien als Wort-Bildmarke geschützt, eine Verwendung entsprechend nicht gestattet. Zudem wurde in dem Schreiben – welches Kreymeier trotz expliziter Aufforderung, dies nicht zu tun, in seinem Blog veröffentlichte – eine Offenlegung der Herkunft der Shirts sowie des Vertriebsweges und des Umsatzes gefordert. Holger Kreymeier berief sich indes darauf, dass das angebotene Kleidungsstück als satirische Verballhornung anzusehen sei.

Weiterer Verkauf untersagt


Ende vergangener Woche erließ das Landgericht Köln jedoch eine Einstweilige Verfügung gegen Kreymeier als Produzenten von „Fernsehkritik TV“. Die Verwendung des RTL-Logos sei nur mit Genehmigung des Unternehmens zulässig. In einer Mitteilung sagte der „Fernsehkritik TV“-Macher nach dem Gerichtstermin: „RTL hat sich als Marktführer unter den deutschen Fernsehsendern derart viel menschenverachtende und diskriminierende Dinge erlaubt, dass es für uns einfach an der Zeit war, auch in Form eines satirischen Protest-Shirts darauf zu reagieren.“

Zwar ist der Verkauf des „Scheiß RTL“-Shirts über den Shop des Podcasts nun verboten worden, eine Alternative hat die Alsterfilm GmbH aber schon parat: Anstelle des Originallogos des Privatsenders zieren nun drei Mülltonnen in den RTL-Farben Rot, Geld und Blau das Shirt. Über ihnen prangt weiterhin der Schriftzug „Scheiß“. Ob man die Einstweilige Verfügung anerkennen oder sich zur Wehr setzen wird, darüber will Kreymeier mit seinem Anwalt beraten, schreibt er auf seiner Homepage.
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