„Offensiv verlogen“
Saar-„Tatort“-Kommissare über Aus verwundert
Von Kevin Körber
Saarbrücken/München – Nachdem der Saarländische Rundfunk (SR) am Montag bekannt gab, dass man sich Anfang 2012 von seinen „Tatort“-Kommissaren Kappl und Deininger trennen werde, herrscht nun Ratlosigkeit über den genauen Grund. Die beiden Schauspieler jedenfalls, zeigen sich ebenfalls verwundert.
Erst im Oktober 2006 übernahm Maximilian Brückner mit seiner Rolle als Hauptkommissar Franz Kappl die Ermittlungen und löste den bisherigen saarländischen Kommissar Max Palu (Jochen Senf) ab. Dieser erhielt damals, laut Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ („SZ“), auf ganz ähnlichem Wege die Nachricht, dass er bald nicht mehr im SR-„Tatort“ ermitteln darf. Zusammen mit Gregor Weber fuhr das bayerisch-saarländische Gespann auch durchaus solide Quoten ein; zuletzt erreichte die Folge „Heimatfront“ 8,58 Millionen Fernsehzuschauer, unter allen 16 „Tatort“-Produktionen der ARD-Anstalten lag die saarländische Ausgabe mit Brückner und Weber quotentechnisch auf Platz sieben.
- SR trennt sich von seinen „Tatort“-Ermittlern
Nach Angaben der „SZ“, haben die beiden Darsteller vor zwei Wochen davon erfahren, dass sie mit der Folge „Verschleppt“, die bereits gedreht wurde, im Januar zum letzten Mal in der ARD-Krimireihe zu sehen sein werden. Schauspieler Gregor Weber sei in einem Telefonat mit SR-Redakteur Bauer mitgeteilt worden, dass man die beiden Kommissare „in Rente“ schicken wolle. „Über das überraschende Ende sind wir erstaunt und nehmen es mit Verwunderung zur Kenntnis“, teilen Brückner und Weber auf Anfrage der Zeitung am Dienstag mit.
Informationen der „Süddeutschen“ zufolge, sollen sich die beiden Schauspieler widersetzt haben, dass der SR die Floskel „in beiderseitigem Einverständnis“ in der verbreiteten Pressemitteilung verwendet. Die Entscheidung einer neuen Ausrichtung des Saar-„Tatort“ können Maximilian Brückner und Gregor Weber nicht nachvollziehen. Gerade durch die Gegensätze der beiden aus Bayern und dem Saarland stammenden Figuren, sei an auserzählte Storys nicht zu denken. „Wir waren gerne ‚Tatort‘-Kommissare“, zitiert sie die „SZ“.
Gregor Weber spricht weiterhin von einer „schlecht formulierten und offensiv verlogenen Pressemitteilung“, die der Saarländische Rundfunk ausgesendet hat. Diese habe lediglich versucht, zu vermitteln, dass „wir gehen wollten und die Entscheidung sehr knorke finden“, so der Schauspieler weiter. Wie die Zeitung weiter berichtet, soll bereits ein Name für die Kommissar-Nachfolge kursieren: Schauspieler Devid Striesnow soll im Saarland zum Dienst antreten. Er gehört seit 2005 zum Team der ZDF-Krimiserie „Bella Block“. Der SR wollte dies jedoch noch nicht offiziell bestätigen.
























