Aus für Ermittler-Duo

SR-Intendant schaltet sich in „Tatort“-Debatte ein

Von Kevin Körber

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Foto: DPA Mit Ausstrahlung der bereits abgedrehten Saar-„Tatort“-Folge im Januar 2012 müssen die Kommissare Kappl (l.) und Deininger (r.) ihren Dienst quittieren.

Saarbrücken – Nachdem bekannt wurde, dass das saarländische „Tatort“-Duo Franz Kappl und Stefan Deininger im Januar kommenden Jahres den Dienst quittieren muss, äußerten sich auch die Darsteller Maximilian Brückner und Gregor Weber überrascht über das Aus. Nun nahm SR-Intendant Thomas Kleist Stellung zur Angelegenheit.

Die Quoten stimmten, die Geschichte um das bayrisch-saarländische Duo hätte aus Sicht der Schauspieler durchaus Potenzial für weitere „Tatort“-Ausgaben im Ersten geboten. Dennoch gab der Saarländische Rundfunk (SR) am Montag bekannt, dass man sich von seinen aktuellen Kommissaren trennen wird. Am 22. Januar werden Kappl und Deininger zum letzten Mal im Dienst sein (newsecho.de berichtete).

Nach dem plötzlichen Aus äußerten sich auch die Schauspieler Maximilian Brückner und Gregor Weber kritisch gegenüber der SR-Entscheidung. Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ sagten sie: „Über das überraschende Ende sind wir erstaunt und nehmen es mit Verwunderung zur Kenntnis.“ Nachdem sie vor zwei Wochen durch einen Anruf des zuständigen Redakteurs über das Ende informiert wurden, haben sich beide widersetzt, dass der SR die Floskel „in beiderseitigem Einverständnis“ in Pressemitteilungen verwendet. Weber sprach von einer „schlecht formulierten und offensiv verlogenen Pressemitteilung“, die letztlich an Vertreter der Medien ausgesendet wurde.

Darin hieß es unter anderem: „Die Story dieses ungleichen Paares ist aber aus unserer Sicht jetzt zu Ende erzählt“. Man wollte versuchen, den Eindruck zu vermitteln, dass „wir gehen wollten und die Entscheidung sehr knorke finden“, so Schauspieler Gregor Weber.

„Tatort“-Diskussion wird zur Chefsache


Nun hat sich SR-Intendant Thomas Kleist in die Diskussion um die Trennung von den Kommissaren eingeschaltet, um die Wogen zu glätten. „Es gab den redlichen Versuch, mit den beiden Hauptdarstellern dies zu bereden“, zitiert ihn die „Saarbrücker Zeitung“. Dabei sei ein angesetzter Termin in München jedoch nicht zustande gekommen, sodass man ihnen die Entscheidung telefonisch mitteilen musste, heißt es. Auch eine gemeinsame Erklärung aller Parteien sei nicht zustande gekommen. Kleist sieht dies unterm Strich als „normales Geschäft“ an, wenn sich der Sender für ein verändertes Konzept entscheide, heißt es. Es sei nicht als Rauswurf zu werten, vielmehr seien Verträge einfach nicht verlängert worden.

Zu weiteren Fragen, beispielsweise zum Nachfolger des Duos oder dem Verbleib der restlichen Besetzung, wollte man keine Stellung nehmen. Klarheit wird wohl erst die offizielle Vorstellung des seit Montag oft zitierten neuen Konzepts bringen. Bis dahin bleibt ein fader Beigeschmack über die plötzliche Trennung.
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