newsecho.de-Interview

„Unglaublich emotional“ – Ulla Kock am Brinks TV-Comeback

Von Kevin Körber

Foto: Sat.1/Stephan Pick
Foto: Sat.1/Stephan Pick Gameshow-Queen Ulla Kock am Brink feiert mit „Die perfekte Minute“ ihr Comeback im deutschen Fernsehen.

Am morgigen Freitag versucht sich Sat.1 wieder am Genre der Spielshow. In „Die perfekte Minute“ müssen Kandidaten binnen 60 Sekunden Minispiele erfolgreich absolvieren; im besten Fall winken am Ende bis zu 250.000 Euro. Die Moderation übernimmt die „100.000-Mark-Frau“ Ulla Kock am Brink. Nach fünf Jahren Pause gibt sie in Sat.1 ihr TV-Comeback. newsecho.de sprach mit ihr über die neue Herausforderung.

newsecho.de: Frau Kock am Brink, wie ist das Gefühl, ab Freitag wieder vor der Kamera zu stehen?

Ulla Kock am Brink: Wir haben die Sendung letzte Woche aufgezeichnet und das war ein sehr aufregendes Gefühl. Der Moment, wo ich das Publikum wieder begrüßt habe und das ganze Team um mich herum stand – das hat mir so gut gefallen, dass ich echt gerührt war.

newsecho.de: Hat es Ihnen gefehlt?

Ulla Kock am Brink: Ja, klar. Sonst passiert so etwas nicht. Ich stand da und dachte: „Jetzt darfst du wieder eine eigene Sendung moderieren.“ Das ist eine schöne Sache.

newsecho.de: Was reizt Sie persönlich am Konzept von „Die perfekte Minute“?

Ulla Kock am Brink: Das kann ich ihnen ganz schnell sagen: Es ist unglaublich spannend, unglaublich emotional und auch unglaublich witzig. Ich hatte wirklich so viele tolle Augenblicke mit den Kandidaten. Es gibt Momente in dieser Sendung, in denen man vor Begeisterung mit dem Publikum und dem Kandidaten zusammen einfach ausrastet.

newsecho.de: „Die perfekte Minute“ ist eine Adaption aus Skandinavien, läuft seit wenigen Wochen auch in den USA auf NBC. Wie originalgetreu wurde die Show hier in Deutschland übernommen?

Ulla Kock am Brink: Die Show stammt tatsächlich von zwei schwedischen, genialen Sendungserfindern und wurde in mehrere Länder verkauft. Eine Adaption ist es insofern, dass wir die Show für den deutschen Markt und die deutschen Zuschauer natürlich etwas anders gestaltet haben. Ich habe beispielsweise viele mehr Kontakt mit dem Publikum und nehme mir mehr Zeit für die Kandidatengespräche.

newsecho.de: Wie kann man sich den Ablauf der Sendung vorstellen? Die Formatbeschreibung erinnerte mich ein wenig an „Die Stunde der Wahrheit“ mit Christian Clerici...

Ulla Kock am Brink: Ja, darauf könnte man kommen. Aber die Sendung hat mit der „Stunde der Wahrheit“ tatsächlich gar nichts zu tun. Wir produzieren in einem Studio, das unglaublich toll aussieht. Es hat eine große Show-Attitüde. Es ist eine sehr konzentrierte und schnelle Sendung. Wir haben Einspieler der Kandidaten, stellen den Kandidaten, der sich beworben hat, mit seiner Familie vor und das Spielprinzip ist, dass die Kandidaten 30 Spiele zwei Wochen üben können. Zehn davon kommen in der Sendung vor. Welche das sind, wissen sie jedoch nicht. Und sie wissen auch nicht, welches Spiel als nächstes kommt, bevor sie sagen müssen, dass sie weiterspielen.

newsecho.de: Also Spannung pur, bis zu dem Moment, in dem man im Studio steht.

Ulla Kock am Brink: Ja, es ist sehr spannend für die Kandidaten. Und dann geht es natürlich darum, dass derjenige, der zwei Wochen lang sehr fleißig war und geübt hat, gegen die Zeit spielt. Und es geht natürlich auch um Geld. Und dieser Geldbetrag wird immer höher.

newsecho.de: Das Gameshow-Genre verschwand in den letzten Jahren ja zusehend aus dem deutschen Fernsehprogramm. Ist Deutschland mit „Die perfekte Minute“ auf dem Weg zurück zur klassischen Spielshow?

Ulla Kock am Brink: Richtig, die Doku-Soaps und Wissenquiz standen in der Primetime im Vordergrund. Es ging um Allgemeinwissen, Pisa-Test, History-Quiz, Star-Quiz, dann Ost gegen West, Nord gegen Süd. Bei der „perfekten Minute“ zeigt mir das Echo, dass die Leute sich auf die Sendung freuen. Dass man gespannt sein kann, wie mit kleinen, alltäglichen Dingen, die in völlig witzige, skurrile Spiele eingebettet sind, ganz viel zu gewinnen ist. Und das mit Fähigkeiten wie Konzentration, Risikofreunde, Nervenstärke, Fleiß und natürlich dem Rückhalt der Familie sehr schnell sehr viel Geld zu gewinnen ist. Für den Zuschauer hat das einen hohen Unterhaltungswert, weil diese Spiele außergewöhnlich sind...

newsecho.de: ...und natürlich auch einfach zum Nachspielen.

Ulla Kock am Brink: Einfach zum Nachmachen für die Leute zu Hause. Auf Sat1.de erhält man eine Liste, auf der alle Gegenstände zu finden sind, die man dazu braucht. Und ich sage ihnen: Deutschlands Kindergeburtstage werden witziger und spannender als bisher. (lacht)

newsecho.de: Mit diesen Kleinspielen für Jedermann ist „Die perfekte Minute“ ja fast das komplette Gegenprogramm zur „100.000-Mark-Show“, die Sie früher moderierten. Letztes Jahr gab es seitens RTL den Versuch, die Show neu aufleben zu lassen. Gab es dabei Gespräche mit ihnen?

Ulla Kock am Brink: Hinterher, ja. (lacht)

newsecho.de: Also nach den beiden Folgen mit Inka Bause?

Ulla Kock am Brink: Ja.

newsecho.de: Aber das Format war für Sie dann nicht mehr interessant?

Ulla Kock am Brink: Bisher habe ich in meinem Leben immer etwas Neues gemacht und finde es einfach richtiger.

newsecho.de: Zurück zur „perfekten Minute“ und einen Blick auf den Sendeplatz. Sie laufen freitags um 20:15 Uhr direkt gegen Günther Jauch mit „Wer wird Millionär?“ und die Show wurde dann auch noch auf dem etwas verhassten „Fun-Freitag“ von Sat.1 programmiert...

Ulla Kock am Brink: Genau deshalb machen wir das jetzt anders und ich nehme die Herausforderung sehr gerne an, mit einem Format, an das ich glaube. Und da bin ich nicht die Einzige. Zudem finde ich es richtig, dass man einfach versucht, ein anderes Programm aufzustellen und es den Zuschauern als Alternative anzubieten. Und so wie ich das aus meiner Erfahrung aus den fünf Sendungen nun mitbekommen habe: es wird sich rumsprechen, dass es eine wirklich gute Alternative ist.

newsecho.de: Herzlichen Dank für das Gespräch, Frau Kock am Brink.

„Die perfekte Minute“ – ab Freitag, 30. April um 20:15 Uhr in Sat.1.
Ulla Kock am Brink – Ihre TV-Karriere 1/8
Nach ihrem Abitur studierte Ulla Kock am Brink bis 1984 zunächst Sozialwissenschaft, Germanistik und Spanisch, danach Sonderpädagogik in Köln.
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