Bewegung im Streit
Gesprächsbereitschaft über „Tagesschau“-App
Berlin - In den erbitterten Streit zwischen Zeitungsverlegern und ARD um die „Tagesschau“-App für Smartphones und Tablet-Computer kommt Bewegung. Die ARD-Vorsitzende Monika Piel signalisierte in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa Gesprächsbereitschaft mit den Zeitungsverlegern.
Der Geschäftsführer der Zeitungsgruppe WAZ und Vorsitzende der NRW-Zeitungsverleger, Christian Nienhaus, meinte in einem parallel geführten dpa-Interview: „Wir fordern, dass ARD und ZDF auf presseähnliche Texte verzichten. Audios und Videos hingegen gehören zum öffentlich-rechtlichen Auftrag und könnten auch im Internet angeboten werden.“ Die ZDF-Mediathek sei ein Beispiel dafür, dass es auch ohne ausschweifende Texte gehe.
Der Streit um Anwendungen für Smartphones wird auch Thema beim Zeitungskongress des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger am 19. und 20. September in Berlin sein. Dort ist eine Podiumsdiskussion mit Nienhaus und NDR-Intendant Lutz Marmor geplant.
- Zeitungen klagen gegen „Tagesschau“-App
Piel betonte dagegen: „Ich sehe nicht, dass wir mit der "Tagesschau"-App das Geschäft der Zeitungsverlage kaputt machen. Die "Tagesschau"-App ist schließlich keine Zeitung, sondern bietet genau das, was es seit 1996 bereits auf "tagesschau.de" gibt.“ Damit erfülle die ARD ihren gesetzlichen Auftrag. Mehr als ein Fünftel der rund 50 Millionen deutschen Online-Nutzer verfüge über ein Smartphone oder einen Tablet-Computer. „Das kann und darf die ARD nicht ignorieren. Unser Publikum erwartet - zu Recht - dass es die Inhalte, für die es Rundfunkgebühren bezahlt hat, auch auf allen relevanten Endgeräten abrufen kann.“ (dpa)
























