Literatur
Politik und Preise auf der Buchmesse
Von Thomas Maier, dpa Aktualisiert: 14.10.2011, 16:56 Uhr
Frankfurt/Main - Politik und Preise - darum hat sich am Freitag auf der Frankfurter Buchmesse vieles gedreht. Es war der letzte Fachbesuchertag. Am Samstag und Sonntag strömt dann das allgemeine Lesepublikum zur weltgrößten Bücherschau. Am Freitag ging es zunächst um Politik.
Auch Kirchenpolitik hatte ihren Platz: Nach dem Papstbesuch in Deutschland will die katholische Kirche ihre Bemühungen um die Ökumene verstärken. Das sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, bei der Vorstellung eines Bildbands zur jüngsten Reise von Benedikt XVI.. Hier stünden die Bischöfe vor der Frage, wie es „im Blick auf das Reformationsgedenken 2017 auch gemeinsam mit der evangelischen Kirche weitergehen“ werde.
Für sein Buch über den Krupp-Manager Berthold Beitz hat der Autor Joachim Käppner den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2011 gewonnen. Die Jury wählte das Werk „Berthold Beitz. Die Biographie“ (Berlin Verlag) aus einer Shortlist von zehn Titeln. Das Preisgeld beträgt 10 000 Euro. Am Abend standen weitere Auszeichnungen auf dem Programm: der Deutsche Jugendliteraturpreis, der Buchpreis der unabhängigen Verlage und der Comic-Preis.
Der am Montag vergebene Deutsche Buchpreis hat sich für Autor und Verlag bereits gelohnt. Seit Eugen Ruge für sein Buch „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ ausgezeichnet wurde, vervierfachte sich die verkaufte Auflage von 50 000 auf 200 000 Stück, wie der Rowohlt Verlag mitteilte.
Auf zahlreichen Interviewbühnen hatte das Publikum Gelegenheit, prominente Autoren im Gespräch zu erleben - mit teilweise verblüffenden Erkenntnissen. Umberto Eco, Autor mit enzyklopädischem Wissen, gestand, er finde Intelligenz banal. Er sei fasziniert von Lüge und Dummheit, berichtete der Italiener. „Die Lüge ist etwas zutiefst Menschliches.“ Tiere könnten sich lediglich - wie beispielsweise Chamäleons - aus Instinkt tarnen, bewusst täuschen könne nur der Mensch. „Das fasziniert mich. Ebenso wie die Dummheit. Intelligenz ist banal.“
Hollywood-Regisseur Roland Roland Emmerich stellte auf der Messe seinen Film über Shakespeare vor, der am 10. November in die deutschen Kinos kommt. Mit „Anonymus“ leistet er einen neuen Beitrag zur alten Debatte um die Identität des britischen Dramatikers. In einer Diskussion mit Emmerich sagte Literaturkritiker Hellmuth Karasek, es gebe 5000 Veröffentlichungen, dass Shakespeares Werke nicht von ihm selbst seien: „Wir sollten uns aber nicht wundern, dass wir uns über Shakespeare wundern.“ (dpa)
























