„Ich wollte, dass meine Kinder mich kennen“
Steve Jobs: Biografie erscheint schon früher
Von Kevin Körber
New York – Die ursprünglich für Anfang 2012 geplante autorisierte Biografie von Apple-Gründer Steve Jobs wird nun anlässlich seines Todes bereits am 24. Oktober erscheinen. Auch das „Time Magazine“ arbeitet an einer Sonderausgabe, die Auszüge der Biografie enthalten wird.
Die Biografie über den erfolgreichen Mann hinter der Marke mit dem angebissenen Apfel stammt aus der Feder des ehemals leitenden Redakteur des „Time Magazine“, Walter Isaacson. Isaacson arbeitete seit 2009 an der Biografie und hat sich dafür intensiv mit Steve Jobs ausgetauscht. Auch dessen näheres Umfeld wurde im Zuge der Recherche befragt. Familienmitglieder gaben ebenso Auskunft über Jobs wie Kollegen im Hause Apple und Mitarbeiter von Konkurrenzfirmen.
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Auch die überaus erfolgreich ausgebaute Apple-Produktpalette der vergangenen Jahre, insbesondere die Einführung des MP3-Players iPod, des Apple-Smartphones iPhone oder des Tablets iPad könnte einen Teil der Biografie einnehmen und hinter die Kulissen der Marke blicken lassen.
Es ist nicht die erste Biografie über Steve Jobs: Bereits 2005 veröffentlichte der Verlag John Wiley & Sons ein Werk, dass von Apple jedoch wieder aus den Buchläden verbannt worden war. Es handelte sich um die unautorisierte Biografie mit dem Titel „iCon: Steve Jobs, The Greatest Second Act in the History of Business“. Auch in den Anfangsjahren von Apple arbeitete Autor Mike Moritz gemeinsam mit Jobs an einem offiziellen Werk über die frühe Geschichte des Unternehmens. Kurz vor dem Erscheinen kam es aber zum Streit zwischen Jobs und Moritz. Dennoch wurde „The Little Kingdom“ verlegt.
„Time Magazine“ mit Sonderausgabe
Das „Time Magazin“ hat zudem die für den heutigen Freitag geplante Ausgabe gestoppt und eine Sonderausgabe zum Tod von Steve Jobs in Auftrag gegeben. Dort wird man sich auf insgesamt 21 Seiten dem Visionär von Apple widmen. So wird auch Biograf Walter Isaacson erste Hintergründe zur offiziellen Jobs-Biografie geben.
In dem Artikel, der bereits auszugsweise veröffentlich wurde, beschreibt Isaacson Jobs als einen der „größten Unternehmer unserer Zeit“, der geschichtlich unmittelbar neben Thomas Edison und Henry Ford einzuorden sei. So habe er Produkte erschaffen, „die vollkommen innovativ waren und das Schöne der Poesie mit der Leistungsfähigkeit von Prozessoren verbinden“.
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Im Jahr 2004 habe Steve Jobs Isaacson telefoniert kontaktiert und zu sich gebeten. Während eines Spaziergangs – Jobs‘ bevorzugte Umgebung, um ernste Gespräche zu führen, heißt es – bat er ihn, seine Biografie zu verfassen. „Nicht jetzt, vielleicht in ein oder zwei Jahrzehnten, wenn du in Rente gehst“, entgegnete Isaacson Jobs zunächst. Erst später habe er erkannt, dass der damalige Apple-Chef ihn kurz nach seiner ersten Krebsoperation kontaktiert habe. „Als ich sah, wie er mit dieser Krankheit kämpfte, (...) fand ich ihn tief fesselnd, und ich erkannte, welch großer Teil seiner Persönlichkeit in seine Produkte eingebettet ist“, so Isaacson.
Die am 24. Oktober erscheinende Biografie wird von Isaacson mit einem Treffen mit Steve Jobs vier Wochen vor seinem Tod schließen. Jobs selbst habe zu diesem Zeitpunkt bereits gewusst, dass er in Kürze sterben werde. Er sei, kurz nach seinem Rücktritt als Apple-CEO, sehr schwach gewesen. „Sein Verstand war immer noch scharf und sein Humor lebendig“, beschreibt der Biograf die Situation. „Wir sprachen über seine Kindheit, und er gab mir ein paar Bilder seines Vaters und seiner Familie, die ich in meiner Biografie verwenden sollte.“
Um am Ende des Treffen die eigenen Gefühle zu verbergen, habe Isaacson Jobs zum Abschied eine Frage gestellt, die ihn nach wie vor beschäftige. Wieso sich Jobs dazu entschied, sich in über 50 Interviews und Gesprächen mit ihm, die sich über zwei Jahre zogen, so zu öffnen, obgleich er sich sonst so sehr in seine Privatsphäre hüllt. „Ich wollte, dass meine Kinder mich kennen“, antwortete Steve Jobs. „Ich war nicht immer für sie da, und ich wollte, dass sie wissen, warum, und dass sie verstehen, was ich gemacht habe.“
























