29.03.2011, 15:12 Uhr
Informationspolitik kritisiert
Foodwatch: Radioaktive Grenzwerte von Japan-Lebensmitteln erhöht
Von Kevin Körber
Berlin/München – Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat in Zusammenarbeit mit dem Umweltinstitut München am Dienstag darüber informiert, dass die EU-weit geltenden Grenzwerte für radioaktive Belastung von Lebensmitteln aus Japan erhöht wurden und kritisieren zugleich die Informationspolitik der Regierung.
Bislang sei eine Radioaktivität von Cäsium-134 und Cäsium-137 von maximal 600 Becquerel pro Kilogramm zulässig gewesen. Seit dem vergangenen Wochenende wurde der EU-Grenzwert für Lebensmittel aus betroffenen Regionen Japans jedoch deutlich erhöht. So dürften beispielsweise Fischöl oder Gewürze ihren bisherigen Wert um das zwanzigfache übersteigen, was 12.500 Becquerel pro Kilogramm entspricht. Das gaben Foodwatch und das Umweltinstitut München in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt. Die entsprechende Eilverordnung 297/2011 sei am 27. März in Kraft getreten.
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) würde seit Tagen auf „verstärkte Kontrollmaßnahmen“ und „spezielle Schutzstandards“ verweisen, über die Erhöhung der Grenzwerte hätte sie die Öffentlichkeit jedoch nicht informiert, so die Verbraucherorganisation.
Weiter heißt es, in Europa würde zwar keinerlei Grund zur Sorge über hochbelastete Produkte aus Japan bestehen, dennoch würde dies die lückenhafte Informationspolitik der schwarz-gelben Bundesregierung nicht rechtfertigen. „Die Ministerin redet nur von verstärkten Kontrollen und verschweigt, dass gleichzeitig die Sicherheitsstandards für japanische Lebensmittel gesenkt wurden“, so Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode. „Frau Aigner enthält der Öffentlichkeit wichtige Informationen vor – so gewinnt sie sicher nicht das Vertrauen der Bürger.“
Foodwatch und das Umweltinstitut München sprachen sich für einen kompletten Importstopp aus betroffenen Regionen Japans aus. Die Einführungsmengen für Lebensmittel aus Japan nach Europa seien ohnehin nur sehr gering, so Christina Hacker, Vorstandsmitglied im Umweltinstitut.
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) würde seit Tagen auf „verstärkte Kontrollmaßnahmen“ und „spezielle Schutzstandards“ verweisen, über die Erhöhung der Grenzwerte hätte sie die Öffentlichkeit jedoch nicht informiert, so die Verbraucherorganisation.
Foodwatch und das Umweltinstitut München sprachen sich für einen kompletten Importstopp aus betroffenen Regionen Japans aus. Die Einführungsmengen für Lebensmittel aus Japan nach Europa seien ohnehin nur sehr gering, so Christina Hacker, Vorstandsmitglied im Umweltinstitut.
























