Jobs und „Antennagate“?
iPhone 4: Kostenlose Hüllen, kein Rückruf
Von Kevin Körber mit dpa-Material
Cupertino – Apple äußerte sich am Freitag auf einer extra einberufenen Pressekonferenz zu den Empfangsproblemen des neuen iPhone 4. Eine Rückrufaktion wird es nicht geben, dafür erhalten iPhone-4-Kunden, die ihr Gerät bis Ende September kaufen, kostenlose Schutzhüllen.
In Übersichtsgrafiken machte Jobs deutlich, dass auch bei Konkurrenzprodukten der scherzhaft genannte „Todesgriff“ dafür sorge, dass sich die Empfangsstärke wesentlich verringert. Mithilfe von Tests habe man nun mit dem am Donnerstag erschienenen Update des iPhone-Betriebssystems auf Version 4.0.1 softwareseitig dazu beigetragen, dass die Balkenanzeige die tatsächliche Empfangsleistung wesentlich genauer anzeigt. Anhand von Zahlen machte Jobs außerdem deutlich, dass die Anzahl der aufgrund von Antennenproblemen zurückgegebenen iPhone 4 nur sehr gering sei. Man erhalte zahlreiche E-Mails die Apple bestätigen, dass alles in Ordnung ist. Nutzer mit diesem Problem seien in der Minderheit.
In der anschließenden Frage-und-Antwort-Runde stellte man zudem klar, dass Berichte, die besagen, man habe vorher von etwaigen Empfangsproblemen gewusst, nicht den Tatsachen entsprechen. Wäre das Problem vor Verkaufsstart bekannt gewesen, hätte man daran gearbeitet.
Apple bietet seit der neuen iPhone-Generation so genannte „Bumper“ an, die als Schutz vor Stößen um das iPhone 4 gezogen werden können. Sie schlagen mit 30 Euro zu Buche. Jeder Kunde, der sich einen solchen „Bumper“ bereits zugelegt hat, werde eine Gutschrift erhalten. Alle anderen iPhone-4-Nutzer können bereits ab Ende nächster Woche über eine extra eingerichtete Apple-Webseite ihr Case für das iPhone 4 bestellen. Jobs erklärte, das Case sei eine Alternative für die „Bumper“ – man habe schlichtweg nicht so viele auf Lager.
Empfangsprobleme sollen übrigens auch schon beim Vorgängermodell, dem iPhone 3GS existent gewesen sein. Jobs Argumentation: Während beim iPhone 3GS 80 Prozent aller Geräte zusammen mit einer Schutzhülle verkauft worden sein, habe die Rate beim iPhone 4 wegen der Lieferprobleme nur 20 Prozent betragen. Entsprechend würden die meisten das Gerät „nackt“ benutzen. Empfangsstörungen würden dadurch mehr auffallen.
Wie heute bekannt wurde, werden neue iPhone-4-Vorbestellungen erst wieder ab dem 1. September vorgenommen. Erst vor wenigen Tagen gab die Telekom bekannt, dass man derzeit bis zu neun Wochen auf sein neues Apple-Smartphone warten muss, sollte man sich jetzt dazu entschließen, es zu kaufen.
Offiziellen Angaben zufolge, soll der knappe Lagerbestand Grund für den Lieferstopp sein. Lediglich rund 10.000 Geräte sollen derzeit noch auf Lager sein, berichtet Macnotes.de und beruft sich dabei auf Aussagen der Telekom-Geschäftskundenhotline. Mit dieser Stückzahl könne man nicht alle Vorbesteller beliefern.
Apple war in den vergangenen Tagen wegen der Berichte über mögliche Empfangsprobleme beim iPhone 4 unter Druck geraten. So rutschte die Aktie am Donnerstag unter die Schwelle von 250 Dollar. Jobs wertete die Berichte in den Medien und im Web als „völlig unverhältnismäßig“, da sie sich nicht mit den Erfahrungen der Kunden deckten. Nur 1,7 Prozent der Käufer hätten von ihrem Recht Gebrauch gemacht, ihr neues iPhone 4 zurückzugeben. Bei Smartphones liege diese Rate üblicherweise bei sechs Prozent.
























