Presse-Echo

iPhone 4: Von Apple-Deckmänteln bis Mobile-Chatroulette

Von Dominik Hammes

Foto: Apple
Foto: Apple In Deutschland ist das iPhone 4 seit dem 24. Juni erhältlich.

Die neue Generation des erfolgreichen Mobiltelefons iPhone von Apple ist erst gestern der Weltöffentlichkeit vorgestellt worden, jetzt überschlagen sich bereits die Meinungen über das neue Telefon. Im Presse-Echo werfen wir einen Blick auf einige der nationalen und internationalen Meinungen.

Überraschungen gab es bei der gestrigen Präsentation von Apple wenige. Der Technologie-Blog Gizmodo.com hatte der Keynote von Apple-Chef Steve Jobs einiges an Schwung genommen, dort war bereits im April ein Prototyp des neuen iPhones vorgestellt worden (newsecho.de berichtete). Dass die Blogger von Gizmodo nicht zur Keynote erscheinen durften, überrascht da kaum. Dennoch berichteten die Experten natürlich erneut über das iPhone 4, beschränkten sich dabei jedoch auf die Auflistung von technichen Informationen und einen kuriosen „iPhone and Sex“-Artikel in dem die Autorin die neue Frontkamera des iPhone preist: „Die Videokonferenz-Kamera bietet einem die Gelegenheit für interessanten Telefonsex und Telefongruppensex, vielleicht bietet sie sogar die Möglichkeit, unterwegs Chatroulette zu benutzen.“

Die Kollegen des Technologie-Blogs Engadget.com sind voll des Lobes für Apples Neuaufguss des bekannten Mobiltelefons: „Eins muss man Apple lassen, das Telefon ist verblüffend dünn. Das 3GS wirkt im Vergleich aufgebläht. […] Der Bildschirm ist wirklich unerhört – man kann praktisch keine Pixel mehr darauf erkennen.“

Auf geteiltes Echo stieß die Einführung von FaceTime, Apples neuer Videokonferenz-Software. So schreibt Dan Nosowitz auf Fastcompany.com beispielsweise: „Die FaceTime-App, die Videotelefonate ermöglicht, war so schnell wie es zu erwarten war, sehr viel schnell als Fring [eine vergleichbare Software, Anm. d. Red.] unter Android. Die Videoqualität war in Ordnung, kein Grund in Begeisterung zu verfallen aber nicht rucklig, verpixelt oder mit so vielen Verzögerungen wie andere Videotelefonie-Software.“

Matthew Miller vertritt in seinem Artikel für Zdnet.com einen anderen Standpunkt:

„Ich bin der Meinung, dass die FaceTime-App und deren Funktionalität etwas lahm sind, da sie nur Verbindungen zwischen zwei iPhone 4 erlaubt, die im gleichen WLAN angemeldet sind. Mit Fring kann man Gespräche von einem Android- oder Symbian-Telefon zu einem handelsüblichen Computer mit Skype, oder einem anderen Mobiltelefon im Mobilfunknetz oder WLAN führen.“

Noch härtere Worte findet man auf dem Szene-Blog MobileMentalism.com, der sich dem neuen iPhone und insbesondere FaceTime mit einem kritischen Auge widmet: „Vielleicht das größte neue Feature des iPhone 4 ist Apples neue FaceTime-App für Videotelefonie. Es handelt sich um eine neue App, die es dem Nutzer erlaubt ein Videotelefonat zwischen zwei iPhones der vierten Generation durchzuführen. Das funktioniert exakt so, wie man sich ein Videotelefonat vorstellt. Ja exakt so, wie Videotelefonate funktioniert haben, seit die ersten 3G-Telefone im Jahr 2003 auf den Markt kamen! […] Man mag mich zynisch nennen, aber ich denke es handelt sich hierbei lediglich um einen riesigen Apple-Deckmantel, […] ein Last-Minute-Gimmick, das es den Tech-Blogs erlaubt auffällige Bilder und Videos zu posten.“

Von Seiten eines Computerspiele-Veteranen kommt eine ganze eigene Perspektive. Heinrich Lenhardt schreibt im Rahmen seiner Kolumne „Lenhardts Nachtwache“ für Gamersglobal.de: „Das iPhone 4 wirkt einfach klasse und wird ganz nebenbei eine feine Edel-Spieleplattform. […] Für den Massenmarkt wird dagegen der ‚alte‘ iPod Touch zur Geheimwaffe werden. Sobald der sich vom aktuellen US-Listenpreis (199 Dollar) ein gutes Stück nach unten bewegt, wird die Lage für Nintendo blümerant.“
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