Berlin – Nach der amerikanischen „Consumer Reports“ bemängelt nun auch die deutsche Stiftung Warentest den Empfang des neuen iPhone 4. Labortests ergaben, dass sich die Empfangsleistung enorm verschlechtere.
Je nach Haltung des Smartphones konnte die Stiftung Warentest einen Verlust der Empfangsleistung von bis zu 90 Prozent feststellen. Dabei sei nach Angaben der Tester nicht einmal der vielzitierte Todesgriff notwendig. Der Empfang verschlechtere sich bereits, „wenn ein Finger den Antennenschlitz an der unteren linken Ecke berührt“, heißt es. Die Konsequenz des schwindenden Empfangs sei – je nach Netzausbau – ein kompletter Empfangsabbruch. Auch das Surfen im Internet sei dann „quälend“ langsam. Selbst das Vorgängermodell, das iPhone 3GS, verliere deutlich weniger Gespräche.
Auf einer Pressekonferenz informierte Apple vor knapp zwei Wochen über die auftretenden Empfangsprobleme, die durch die ins Gehäuse integrierte Antenne auftreten können. Konzernchef Steve Jobs sprach während seinem Vortrag von einem allgemeinen Problem, das nicht nur Apple betreffen würde. Auch andere Hersteller hätten mit Empfangsschwierigkeiten zu kämpfen. Daraufhin präsentierte Jobs mehrere Videos, in denen anhand von Konkurrenz-Smartphones und dem Todesgriff demonstriert wurde, dass auch hier der Empfang schwinde.
Diesen Behauptungen widersprachen kurze Zeit später nicht nur die Hersteller der gezeigten Telefone; auch die Stiftung Warentest konnte solche Probleme nicht feststellen. Getestet wurden zwei Konkurrenzprodukte, bei denen zwar ein abnehmender Empfang beobachtet werden konnte, doch lag dieser nur bei maximal 25 Prozent.
iPhone-4-Nutzern wird empfohlen, die Antennenschlitze an der Seite des Smartphones mit Isolierband abzukleben, sodass kein direkter Kontakt zur menschlichen Haut mehr besteht. Alternativ dazu bietet Apple allen Käufern derzeit auch kostenlose Bumper an, die um das iPhone 4 aufgezogen werden. Auch ganze Hüllen stellt der Konzern kostenlos zur Verfügung (newsecho.de berichtete).