iPhone-4-Probleme
Apple ärgert Konkurrenz und Verbraucher
Von Kevin Körber
Cupertino – Apple-Chef Steve Jobs äußerte sich am vergangenen Freitag zu den Antennenproblemen beim iPhone 4 und führte vor, dass auch andere Smartphone-Hersteller mit Empfangsproblemen zu kämpfen haben. Diese wehren sich gegen Jobs Demonstration. Dennoch berichten mehr und mehr Nutzer von Problemen.
Während seiner Präsentation ging es insbesondere darum, deutlich zu machen, dass Apple nicht alleine mit den Empfangsproblemen dastehe. Auch andere Smartphone-Hersteller hätten mit diesen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es sei Aufgabe der gesamten Industrie, sich dem Problem anzunehmen. Um diese Aussagen zu untermauern, präsentierte Jobs Videos von drei Konkurrenzprodukten: Den Blackberry Bold 9700, das HTC Droid Eris sowie das Omnia II von Samsung. Bei allen Geräten wurde der scherzhaft genannte „Todesgriff“ angewendet. Nach wenigen Sekunden war zu erkennen, dass bei allen drei Smartphones der Empfang deutlich reduziert wurde.
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- Konkurrenz: Apple demonstriert Empfangsprobleme
Nur kurze Zeit nach der Pressekonferenz meldete sich unter anderem HTC zu Wort und wehrte sich dagegen, mit Apples iPhone 4 in einen Topf geworfen zu werden. Wie HTC-Chef Eric Lin gegenüber „Pocket Lint“ mitteilte, soll die Beschwerderaten bei den von Jobs beispielhaft genannten Geräte HTC Legend, HTC Desire und HTC Nexus One noch unter der des iPhone 4 liegen. Apple gab am Freitag bekannt, dass bisher lediglich 0,55 Prozent der iPhone-4-Nutzer über die Apple-Care-Hotline über das Antennenproblem geklagt hätten. Insbesondere beim im Video von Apple vorgeführten Droid Eris habe man seitens HTC nur „sehr wenige Beschwerden über Empfangs- oder Antennenprobleme“ vorliegen. „Etwa 0,016 Prozent der Nutzer habe sich bisher über Probleme mit dem Empfang beschwert“.
Auch Mike Lazaridis und Jim Balsillie, beide aus dem Vorstand des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM), sehen die Vorgehensweise von Apple, andere Hersteller in das selbstverschuldete Debakel hineinzuziehen, als unakzeptabel an. Von einem Hardware-Design, wie es Apple im neuen iPhone 4 untergebracht hat, habe man sich lange verabschiedet. Das zeigen 20 Jahre Erfahrung im Bereich Antennendesign, so RIM.
Samsung, deren Model Omnia II von Apple auf Empfangsprobleme getestet wurde, äußerte sich ebenfalls kritisch gegenüber der Apple-Pressekonferenz. Man könne bisher keine nennenswerten Probleme mit dem Empfang verzeichnen.
Trotz Vergleich: Apple kann die vorhandenen Probleme nicht von der Hand weisen. Das Angebot, kostenlose Bumper oder andere Cases an iPhone-4-Besitzer zu verteilen, bestätigt die Antennenprobleme. Doch auch bei anderen Smartphones lassen sich Empfangsprobleme reproduzieren: In zahlreichen Foren, die sich explizit mit Android-Smartphones beschäftigen, klagen HTC-Nutzer ebenfalls über schwächelnden Empfang oder Gesprächsabbrüche.
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Sicherlich müssen bei solchen Empfangstest mehrere Aspekte berücksichtigt werden, was viele unterschiedliche Videos bei YouTube verdeutlichen. Einige iPhone-4-Nutzer veröffentlichten Videos, in denen der Empfang stetig gleichbleibend ist, bei anderen scheint das Berühren des Telefons zu genügen, um die Empfangsbalken von fünf auf null schrumpfen zu lassen. Gleiches gilt für Geräte von HTC, Samsung, LG und Motorola, als auch für iPhone-4-Vorgängermodelle.
Spätestens nach der Apple-Pressekonferenz und dem indirekten Angriff auf die Konkurrenz ist die Verwirrung für den Otto-Normalverbraucher perfekt. Es ist der Smartphone-Nutzer, der sich nun inmitten der Fronten der großen Konzerne und viel zu vielen selbsternannten YouTube-Testern wiederfindet. Die Meinungen und Ergebnisse klaffen dabei weit auseinander. Apple, aber auch andere große Smartphone-Hersteller würden sich einen Gefallen tun, ein unabhängiges Institut damit zu beauftragen, Messungen an ihren Vorzeigeprodukten durchführen zu lassen. Dies könnte der einzige Weg sein, den Verbrauchern glaubhafte Richtwerte zu präsentieren und im nächsten Schritt offen Fehler einzugestehen um den entstandenen Imageschaden in Grenzen zu halten. Denn der Kunde erwartet von allen Firmen in erster Linie lediglich, dass sein Smartphone das kann, wofür er es auch erworben hat: Telefonieren.
























