04.06.2010, 16:09 Uhr
Apples WWDC: iPhone, Apps und Hype
Steve Jobs zwischen Genie und Wahnsinn
Von Kevin Körber
San Francisco – Die diesjährige Worldwide Developers Conference (WWDC) von Apple wirft ihre Schatten voraus, denn die Welt erwartet das iPhone der nächsten Generation. Doch fernab des iPhone 4G wird es vom 7. bis 11. Juni in San Francisco auch um neue Apple-Innovationen gehen, die den Entwicklern vorgestellt werden.
Ohne Frage wird das neue iPhone 4G die Attraktion des Apple-Events sein. Doch darüber hinaus wird es für die Entwickler, welche die WWDC dieses Jahr besuchen, auch interessante Weiterentwicklungen zu begutachten geben. Beispielsweise neue Technologien für das im Sommer erwartete iPhone-Betriebssystem oder für das Mac OS X.
Getreu dem Motto „The center of the app universe“, unter dem die WWDC dieses Jahr stehen wird, sprachen wir mit Apple-Experte Sven Werdehausen über die Restriktionen Apples im App Store, damit verbundene Schwierigkeiten für Entwickler und die Apple-Philosophie. Werdehausen arbeitet beim Apple Certified Service Engineer Haus & Gross IT-Services in Saarbrücken, dort werden unter anderem Apps für das iPhone und das iPad entwickelt.
newsecho.de: Wie muss man sich den Ablauf vorstellen? Gibt es seitens Apple Richtlinien, was eingereichte Programme angeht?
Sven Werdehausen: Apple reguliert dahingehend, dass Inhalte überprüft werden. Sprich: Anstößiges, Pornografie oder Gewalt. Darüber hinaus kontrollieren sie auch den Nutzen der Anwendungen und versuchen so, betrügerische Absichten von Programmierern zu unterbinden. Spyware zum Beispiel. Zu Beginn des App Stores gab es sogar eine Anwendung namens „I Am Rich“. Nach dem Kauf zeigte die App lediglich einen Diamanten auf dem Bildschirm an und kostete im Store 1.000 Dollar – ohne weiteren Nutzen. Der Entwickler dachte sich wohl, er versucht es einfach mal anzubieten und tatsächlich gab es wohl einige Verrückte, die sich das Programm gekauft haben. Das hat Apple dann schnell unterbunden, was sicherlich in Ordnung ist. Auf der anderen Seite ist das auch gefährlich, denn ab und an urteilt Apple schon mal falsch, was den Nutzen einer Anwendung angeht. So kann es passieren, dass man auch mal ausgeschlossen wird, obwohl man gute Absichten verfolgt und das ist eine ziemliche Gratwanderung.
newsecho.de: Als Entwickler steckt man also eine Menge Zeit in eine App und kann sich nie sicher sein, ob diese akzeptiert wird oder nicht?
Sven Werdehausen: Definitiv, ja. Das ist so. Man kann sich weitestgehend sicher sein. Wenn man einen offensichtlichen Nutzen und Mehrwert für den Anwender generiert und der Preis in einem gewissen Gefüge ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch. Man entwickelt die App im Vorfeld, testet sie und reicht sie ein, doch dann heißt es Daumen drücken und hoffen.
newsecho.de: Wie ist die Response, wenn eine App abgelehnt wird? Erhält man als Entwickler Hinweise, weshalb ein Programm nun abgelehnt wurde?
Sven Werdehausen: Wir hatten diesen Fall bisher noch nicht. Teilweise muss es aber schon relativ unklar sein, wieso eine App abgelehnt wurde. Oft fallen dann Standardsätze, die aber nicht konkret auf den Grund der Ablehnung eingehen. Als Entwickler ist man dann schnell erbost und das kann Wellen schlagen. Aber das weiß Apple.
newsecho.de: Inwiefern würden Sie den Hype um Apple oder auch um die Person Steve Jobs einschätzen?
Sven Werdehausen: Das ist natürlich kalkuliert. Auch dass man sich bewusst bedeckt hält, wer beispielsweise Steve Jobs‘ E-Mails beantwortet – so wird der Hype geschürt und das versteht Apple einfach. Ohne die Figur Steve Jobs, die sicherlich nicht ohne ist und auch menschlich eine ziemliche Katastrophe sein muss, wäre die Firma definitiv nicht da, wo sie heute ist. Dazu braucht es jemanden, der zwischen Genie und Wahnsinn steht.
newsecho.de: Nach iPod, iPhone und jetzt dem iPad: Wie hat sich Apple als Marke und im Bewusstsein der Menschen in den vergangenen Jahren entwickelt?
Sven Werdehausen: Der iPod war der Anfang und mit dem iPhone haben sie es dann endgültig geschafft. Man kannte die Marke Apple zwar schon immer, aber wusste nicht unbedingt damit anzufangen. Wir als Apple-Händler beobachten das auch in den letzten fünf bis zehn Jahren: Seit Apple auf Intel-Chips umgestiegen ist, sind auch die Berührungsängste der Anwender ein wenig verloren gegangen. Seitdem gibt es wirklich die klassischen Windows-Switcher, die sich jetzt wirklich für Apple interessieren, weil sie keine Angst mehr davor haben, plötzlich auf einer ganz anderen Insel zu sein und nicht mehr zurück zu kommen. Das führt dazu, dass die Computermarke Apple auch immer weitere Verbreitung findet. Und in anderen Bereichen sowieso – da ist Apple Mainstream, was natürlich nicht immer positiv ist. Aus der Sicht als Händler: Apple war schon immer schwierig. Es gab schon immer seltsame Vorgaben in vielerlei Hinsicht.
newsecho.de: Am Montag startet die Apple-Entwicklerkonferenz. Darf man sich auf die Vorstellung eines neuen iPhones freuen?
Sven Werdehausen: Ich denke, vorstellen wird man es, denn der Produktzyklus des aktuellen iPhones ist erreicht, von daher wird was kommen. Das steht außer Frage.
newsecho.de: Vielen Dank für das Gespräch.
Getreu dem Motto „The center of the app universe“, unter dem die WWDC dieses Jahr stehen wird, sprachen wir mit Apple-Experte Sven Werdehausen über die Restriktionen Apples im App Store, damit verbundene Schwierigkeiten für Entwickler und die Apple-Philosophie. Werdehausen arbeitet beim Apple Certified Service Engineer Haus & Gross IT-Services in Saarbrücken, dort werden unter anderem Apps für das iPhone und das iPad entwickelt.
newsecho.de: Wie muss man sich den Ablauf vorstellen? Gibt es seitens Apple Richtlinien, was eingereichte Programme angeht?
Sven Werdehausen: Apple reguliert dahingehend, dass Inhalte überprüft werden. Sprich: Anstößiges, Pornografie oder Gewalt. Darüber hinaus kontrollieren sie auch den Nutzen der Anwendungen und versuchen so, betrügerische Absichten von Programmierern zu unterbinden. Spyware zum Beispiel. Zu Beginn des App Stores gab es sogar eine Anwendung namens „I Am Rich“. Nach dem Kauf zeigte die App lediglich einen Diamanten auf dem Bildschirm an und kostete im Store 1.000 Dollar – ohne weiteren Nutzen. Der Entwickler dachte sich wohl, er versucht es einfach mal anzubieten und tatsächlich gab es wohl einige Verrückte, die sich das Programm gekauft haben. Das hat Apple dann schnell unterbunden, was sicherlich in Ordnung ist. Auf der anderen Seite ist das auch gefährlich, denn ab und an urteilt Apple schon mal falsch, was den Nutzen einer Anwendung angeht. So kann es passieren, dass man auch mal ausgeschlossen wird, obwohl man gute Absichten verfolgt und das ist eine ziemliche Gratwanderung.
newsecho.de: Als Entwickler steckt man also eine Menge Zeit in eine App und kann sich nie sicher sein, ob diese akzeptiert wird oder nicht?
newsecho.de: Wie ist die Response, wenn eine App abgelehnt wird? Erhält man als Entwickler Hinweise, weshalb ein Programm nun abgelehnt wurde?
Sven Werdehausen: Wir hatten diesen Fall bisher noch nicht. Teilweise muss es aber schon relativ unklar sein, wieso eine App abgelehnt wurde. Oft fallen dann Standardsätze, die aber nicht konkret auf den Grund der Ablehnung eingehen. Als Entwickler ist man dann schnell erbost und das kann Wellen schlagen. Aber das weiß Apple.
newsecho.de: Inwiefern würden Sie den Hype um Apple oder auch um die Person Steve Jobs einschätzen?
Sven Werdehausen: Das ist natürlich kalkuliert. Auch dass man sich bewusst bedeckt hält, wer beispielsweise Steve Jobs‘ E-Mails beantwortet – so wird der Hype geschürt und das versteht Apple einfach. Ohne die Figur Steve Jobs, die sicherlich nicht ohne ist und auch menschlich eine ziemliche Katastrophe sein muss, wäre die Firma definitiv nicht da, wo sie heute ist. Dazu braucht es jemanden, der zwischen Genie und Wahnsinn steht.
newsecho.de: Nach iPod, iPhone und jetzt dem iPad: Wie hat sich Apple als Marke und im Bewusstsein der Menschen in den vergangenen Jahren entwickelt?
Sven Werdehausen: Der iPod war der Anfang und mit dem iPhone haben sie es dann endgültig geschafft. Man kannte die Marke Apple zwar schon immer, aber wusste nicht unbedingt damit anzufangen. Wir als Apple-Händler beobachten das auch in den letzten fünf bis zehn Jahren: Seit Apple auf Intel-Chips umgestiegen ist, sind auch die Berührungsängste der Anwender ein wenig verloren gegangen. Seitdem gibt es wirklich die klassischen Windows-Switcher, die sich jetzt wirklich für Apple interessieren, weil sie keine Angst mehr davor haben, plötzlich auf einer ganz anderen Insel zu sein und nicht mehr zurück zu kommen. Das führt dazu, dass die Computermarke Apple auch immer weitere Verbreitung findet. Und in anderen Bereichen sowieso – da ist Apple Mainstream, was natürlich nicht immer positiv ist. Aus der Sicht als Händler: Apple war schon immer schwierig. Es gab schon immer seltsame Vorgaben in vielerlei Hinsicht.
newsecho.de: Am Montag startet die Apple-Entwicklerkonferenz. Darf man sich auf die Vorstellung eines neuen iPhones freuen?
Sven Werdehausen: Ich denke, vorstellen wird man es, denn der Produktzyklus des aktuellen iPhones ist erreicht, von daher wird was kommen. Das steht außer Frage.
newsecho.de: Vielen Dank für das Gespräch.























