Videotelefonie, HD-Videos

Apples iPhone 4: Ab 24. Juni in Deutschland

Von Kevin Körber – Aktualisiert: 07.06.2010, 20:52 Uhr

Foto: Apple
Foto: Apple Das iPhone 4 wird in zwei Farben erhältlich sein. Komplett in Weiß oder in Schwarz.

San Francisco – Auf der heutigen Apple-Entwicklerkonferenz WWDC wurde das iPhone der vierten Generation vorgestellt. Es hört auf den schlichten Namen iPhone 4 und löst damit das bisherige iPhone 3G S ab. Was das neue Apple-Smartphone und das neue Betriebssystem iOS 4 können...

„Ich glaube, das habt ihr schon gesehen“, scherzte Apple-Chef Steve Jobs, als er nach 30 Minuten Keynote, Zahlen und Fakten die Katze endlich aus dem Sack ließ: das neue iPhone wird kommen und heißt iPhone 4. Mit seiner Einleitung zur neuen Smartphone-Generation spielte er natürlich auf den aufgetauchten Prototypen an, der dem Tech-Blog Gizmodo bereits im April zugespielt wurde. Bilder und Videos kursierten daraufhin bereits im Netz.

Wie bereits durch den Prototypen im Vorfeld bekannt wurde, verfügt das iPhone der neuesten Generation neben einem komplette neuen Glas-Gehäuse und dem größten Facelift seit der Markteinführung des iPhone 2G im Jahr 2008, auch über eine Front-Kamera für Videotelefonie. Mit der Anwendung namens „FaceTime“ lassen sich mit dem neuen iPhone 4 Videokonferenzen über die Front- und die Rückseitenkamera führen, die im Live-Betrieb gewechselt werden können. Im Jahr 2010, so Jobs auf der Keynote, allerdings nur über Wi-Fi und nur von einem iPhone 4 zum einem anderen. Ob „FaceTime“ 2011 auch über das 3G-Netz verfügbar ist, scheint derzeit noch providerabhängig zu sein. Wie herum man das iPhone hält ist dabei egal – sowohl Hoch- als auch Querformat werden unterstützt.

„FaceTime“ basiert auf mehreren offenen Standards, sodass es jeder Smartphone-Hersteller integrieren und anbieten kann.

Die Spalten im Rahmen des iPhone 4 dienen als Antennen für Bluetooth, Wi-Fi, GPS, UMTS und das herkömmliche GSM-Netz. Mit seinen Ausmessungen ist es laut Apple das dünnste Smartphone der Welt. Insgesamt passen 32 Gigabyte auf die Apple-Neuheit. „Wir denken, das wird den Standard setzen und niemand wird daran herankommen“, so Jobs.

Scharfes Retina-Display


Für eine gestochen scharfe Darstellung sorgt ein neues Retina Display mit einer Auflösung von 960 x 640 Pixeln. Dieses ermöglicht eine Auflösung von 365 Pixel per Inch und verhindert, das Objekte, die auf dem iPhone 4 angezeigt werden, verpixelt erscheinen. Während der Keynote präsentierte Jobs scharfe Text- und Bildbeispiele auf dem großen Beamer, anhand derer man den Unterschied zu den iPhone-Vorgängern deutlich erkennen konnte.
Das neue Betriebssystem im iPhone 4 sorgt künftig dafür, dass sämtliche Darstellungen optimal gerendert werden. Das kommt besonders Entwicklern entgegen, welche ohne größeren Optimierungsarbeiten ihre iPhone-Apps auch auf den iPad darstellen lassen möchten.

iPad-Prozessor für lange Standby-Zeiten


Unter der Haube ist das neue Apple-Smartphone mit dem A4-Chip ausgestattet, der bereits im iPad zum Einsatz kommt. Er ermöglicht wesentlich längere Akkulaufzeiten als bisher üblich. So soll das iPhone 4 insgesamt eine Standby-Zeit von 300 Stunden besitzen. Als Beispiele präsentierte Jobs in einer Auflistung, dass mit einer Akkuladung 40 Stunden Musik hörbar ist, zehn Stunden Videobetrieb oder zehn Stunden Surfen mit eingeschaltetem Wi-Fi beziehungsweise sechs Stunden Internetsurfen mit UMTS. Wer mit einer Akkuladung via 3G telefoniert, dem bleibt das iPhone 4 laut Apple-Angaben sieben Stunden treu.

Fünf-Megapixel-Kamera für HD-Videoaufnahmen


Auf der Rückseite befindet sich die verbesserte Kamera mit fünf Megapixeln und einem Blitzlicht. Bereits vom iPhone 3G S bekannt ist die Tap-to-Focus-Feature, um Objekte mit Fingerdruck auf dem Touchscreen zu fokussieren. Ein spezieller „Backside Illuminated Sensor“ sorgt dafür, dass mehr Licht durch die Kamera eingefangen wird. Neben diesen Funktionen verfügt die Kamera auch über einen fünffach Digitalzoom.
Geschraubt hat man auch an der Videofunktion. Das iPhone-Update wird künftig HD-Videoaufnahmen in 720p und mit 30 Frames pro Sekunde ermöglichen. Auch in Videos kann mit der Tap-to-Focus-Funktion die Schärfe auf einem Objekt gestellt werden. Mit einem einzigen Klick lassen sich die gedrehten Videos sofort am iPhone 4 schneiden und über die bekannten Netzwerke wie YouTube, Facebook oder Twitter verbreiten.

Videoschnitt für unterwegs


Für den Videoschnitt spendiert Apple dem neuen iPhone eine mobile iMovie-Version, welches man bisher nur von Mac-Rechnern kannte. iMovie verfügt über eine Timeline, in der sich Fotos und Videos bearbeiten und miteinander mischen lassen. Auch eine kleine Effektpalette mit verschiedenen Übergangseffekten wird iMovie in seiner iPhone-Version anbieten. Vorgefertigte Intro und Outros mit Animationen und Textfeldern verleihen den selbstgedrehten kleinen HD-Filmchen einen professionellen Touch. Mittels Geodaten lässt sich eine Weltkarte anlegen, auf der gekennzeichnete Orte mit entsprechend hinterlegten Filmen direkt abrufbar sind. iMovie wird für 4,99 US-Dollar im App Store exklusiv für das iPhone 4 erhältlich sein.

Betriebssystem heißt jetzt iOS 4 – die neuen Funktionen


Das neue iPhone-Betriebssystem, das ab sofort kurz und prägnant auf den Namen iOS 4 hört und ab heute in der Golden-Master-Version verfügbar ist, beherbergt bereits bekannte Funktionen wie das langersehnte Multitasking. Mehrere Apps können nun ohne Probleme parallel zueinander laufen, durch eine intuitive Menüführung lässt sich zwischen den Programmen wechseln. Mehrere Apps können auf dem Homescreen nun in eigene Ordner verfrachtet werden, um einem Icon-Chaos zuvor zu kommen. Das mobile Mail-Programm verfügt nun auch über die Option, den E-Mail-Eingang aller angelegten Konten anzuzeigen. Bisher musste man umständlich zwischen den einzelnen Konten wechseln. Microsofts Suchmaschine Bing wird ebenfalls Einzug aufs neue Betriebssystem halten. Allerdings nur optional. Vom Werk aus wird weiterhin Google eingestellt sein.

Auch das vom iPad bekannte iBooks wird künftig für das iPhone verfügbar sein. Der Funktionsumfang gleicht dem des iPad. Kabellos lassen sich dann Lesezeichen oder Notizen in geladenen Büchern zwischen iPhone, iPad oder iPod Touch übertragen. Das sogenannte Gyroscope dient für eine noch genauere Ortsbestimmung.

Das iPhone 4 ab 24. Juni in Deutschland erhältlich

Wie bereits erwartet, wird das neue iPhone 4 in Weiß und in Schwarz angeboten. Sein Vorgänger, das iPhone 3G S, rückt als Einsteigermodell an die Stelle des iPhone 3G. Es wird künftig in den USA in der 8-Gigabyte-Version für 99 US-Dollar verfügbar sein.

Das neue iPhone 4 schlägt in seiner kleinsten Version (16 Gigabyte) in den USA mit einem Vertrag über den Exklusivpartner AT&T mit 199 US-Dollar zu Buche, die 32-Gigabyte-Version kostet dann 299 US-Dollar.

In den USA, in Frankreich, Deutschland, England und Japan wird das neue Apple-Smartphone bereits ab dem 24. Juni seinen Verkaufsstart feiern, weitere Länder folgen dann im Juli und im September. Bis September dieses Jahres wird das iPhone 4 in insgesamt 88 Ländern weltweit verfügbar sein.

Für Individualisten hat Apple sogenannte „Bumper“ erschaffen. Sie werden, einem Gummiring ähnlich, zum Schutz des iPhone 4 um das Gerät gezogen und sind in den unterschiedlichsten Farben erhältlich. Kostenpunkt: 29 US-Dollar.

Neues Betriebssystem kommt am 21. Juni


Wer vor dem iPhone-4-Verkaufsstart das neue iOS 4 testen möchte, der hat ab dem 21. Juni Gelegenheit dazu. Ab dann steht das Betriebssystem als Download über iTunes zur Verfügung. Mit leichten Einschränkungen lässt es sich auch auf dem iPhone 3G, dem 3G S und dem iPod Touch installieren. Das Software-Upgrade wird dieses Mal auch für den iPod Touch kostenlos durchzuführen sein.

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Das iPhone – Von 2007 bis heute 1/13
US-Verkaufsstart des iPhones der ersten Generation war am 29. Juni 2007. In Europa gingen die ersten iPhones im November 2007 über die Ladentheken.
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