Zankapfel

iPhone 4G: Hausdurchsuchung bei „Gizmodo“-Autor

Von Kevin Körber

Foto: Screenshot Gizmodo.com
Foto: Screenshot Gizmodo.com Diese Aufnahme von „Gizmodo“ soll das neue iPhone 4G zeigen, das Apple wahrscheinlich am 7. Juni vorstellen wird.

New York – Für die Tech-Webseite „Gizmodo“ war die Veröffentlichung des angeblichen iPhone-Prototyps wohl der größte Coup. Jetzt könnte es allerdings zu rechtlichen Nachwehen kommen.

Im Fall des abhanden gekommenen Apple-Prototyps ermittelt nun die US-Polizei. Am Montag wurde bereits die Wohnung des „Gizmodo“-Journalisten Jason Chen durchsucht, wie die „New York Times“ (NYT) berichtet. Bei der Hausdurchsuchung wurden Zeitungsangaben zufolge Chens Computer durchsucht und konfisziert. Er war an Artikel-Veröffentlichungen über das angebliche iPhone 4G beteiligt. Im offiziellen „Gizmodo“-Blog wurde bekanntgegeben, dass die Polizei auch mehrere MacBooks, Notebooks, Digitalkameras und ein Handy sicherstellte. „Ich musste meine Hände hinter den Rücken verschränken und wurde nach Waffen durchsucht“, so Chen in einem Durchsuchungsprotokoll, das dem Portal „Alley Insider“ vorliegt.

Für rechtliche Bedenken sorgt der Umstand, dass die „Gizmodo“-Betreiberfirma Gawker Media dem Finder des in einem kalifornischen Bierlokal verlorenen iPhones 5.000 US-Dollar zahlte (newsecho.de berichtete). Dieser habe zunächst versucht, Apple über seinen Fund in Kenntnis zu setzen. In Cupertino wollte ihm diese Geschichte jedoch niemand glauben. Danach nahm der Finder Kontakt zur Tech-Webseite auf. Nach der Veröffentlichung von Artikeln, Bildern und Videos meldete sich Apple gegenüber „Gizmodo“ in einem Brief zu Wort. Darin forderte das Unternehmen das gefundene Gerät zurück, was bei vielen Branchenbeobachtern als Beweis dafür gilt, dass hier tatsächlich das iPhone der neuen Generation vorliegt.

Blogger oder Journalist?

Gawker-Media-Geschäftsführerin Gaby Darbyshire veröffentlichte auf der Unternehmenswebseite am Montag einen Brief an die zuständigen kalifornischen Behörden. Darin beruft sie sich unter anderem darauf, dass niemand das Recht habe, ohne Durchsuchungsbefehl Eigentum eines Journalisten zu konfiszieren.
Damit zusammenhängend könnte eine Debatte um die Definition eines Journalisten entstehen. Gegenüber der „NYT“ erklärte Gawker-Media-Chef Nick Denton, dass man nun wohl herausfinden müsse, ob Blogger als Journalisten gelten.

Die Ermittlungen richten sich, so die Zeitung weiter, gegen den Verkäufer des Prototyps als auch gegen die „Gizmodo“-Betreiberfirma Gawker Media. Nach kalifornischem Recht sei es untersagt, gestohlene Güter zu verkaufen und zu empfangen. Eine offizielle Stellungnahme seitens Apple steht bisher noch aus.
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