21.07.2010, 13:42 Uhr
iPhone & Co. sammeln Daten
Apples Hosentaschen-Spione
Von Dominik Hammes
Cupertino – Auch wenn es dem finanziellen Erfolg des Unternehmens keinen Abbruch zu tun scheint, die Negativ-Schlagzeilen rund um Apple reißen nicht ab. Medienberichten zufolge hat der Computerhersteller seit 2008 WLAN-Daten seiner Kunden gesammelt.
Eine kleine aber bedeutungsvolle Änderung in den Datenschutzerklärungen von Apple hatte Aufmerksamkeit erregt: Ungefähr zeitgleich mit der Veröffentlichung des neuen Betriebssystems iOS 4 und der neuen Generation des iPhone hatte das Unternehmen einen neuen Passus in seine Datenschutzbedingungen aufgenommen. Darin hieß es, dass Apple für verschiedene eigene Dienste, als auch Dienste von Partnern Daten über die geographischen Standorte der Apple-Geräte sammele, diese jedoch nicht nutze um die einzelnen Geräte eindeutig zu identifizieren.
Daraufhin meldeten sich Edward J. Markey und Joe Barton, zwei Vertreter des US-Repräsentantenhauses, bei dem kalifornischen Unternehmen mit der Bitte um Aufklärung. Da eine Ablehnung der Datenschutzbedingungen nicht ohne Weiteres – und nicht ohne das Einbüßen von Funktionalität – möglich sei, müsse klargestellt werden, welche Daten von Apple gesammelt und wie diese genutzt werden.
Ein Antwortschreiben von Bruce Sewell, dem Justiziar von Apple beschreibt nun detaillierter welche Daten von welchen Geräten in welcher Form gesammelt werden und was weiter mit ihnen passiert. Neben den GPS-Daten, die via Satellit eine sehr präzise Standortbestimmung zulassen, senden insbesondere iPhones Daten über die Signalstärken von Mobilfunkmasten und WLAN-Hotspots in Reichweite an Apple. Durch den Abgleich der Daten anderer iPhones ist eine Standortbestimmung des Smartphones trotz eines schwachen GPS-Signals möglich.
Diese Daten nutzt Apple nach eigener Angabe für Anwendungen und Dienste die nur mittels einer Standortangabe Sinn machen, aber auch für den eigene Werbeauslieferungsdienst iAds, der lokalisierte Werbung auf dem iPhone anzeigt. Dabei wird dem entsprechenden Telefon ein Postleizahlengebiet zugeordnet und passende Werbung ausgeliefert.
Das Überraschende: Bereits seit 2008 sammelt Apple Standortinformationen über seine Geräte und lässt diese in eine interne Datenbank fließen. Dabei soll es aber nicht möglich sein anhand der Daten Rückschlüsse auf individuelle Geräte oder Personen zu ziehen, diese Informationen lägen verschlüsselt vor.
Auch Nutzer von Apple-Computern tragen zur WLAN-Datenbank bei; diese Ortungsfunktion kann jedoch in den Systemeinstellungen deaktiviert werden. Auch im iPhone ist es möglich die „Ortungsdienste“ abzuschalten und somit keine ortsbezogenen Daten mehr an Apple zu senden. Damit verhindert man jedoch auch die Funktionalität mancher Apps, da die Ortungsfunktion global deaktiviert sein muss, um das Senden von Daten zu unterbinden.
Durch die Änderung der Datenschutzbestimmungen ohne genauere Erläuterungen war Apple – ähnlich wie Google für die Speicherung von WLAN-Daten durch „Street View“-Autos – von Datenschützern hart kritisiert worden.
Daraufhin meldeten sich Edward J. Markey und Joe Barton, zwei Vertreter des US-Repräsentantenhauses, bei dem kalifornischen Unternehmen mit der Bitte um Aufklärung. Da eine Ablehnung der Datenschutzbedingungen nicht ohne Weiteres – und nicht ohne das Einbüßen von Funktionalität – möglich sei, müsse klargestellt werden, welche Daten von Apple gesammelt und wie diese genutzt werden.
Ein Antwortschreiben von Bruce Sewell, dem Justiziar von Apple beschreibt nun detaillierter welche Daten von welchen Geräten in welcher Form gesammelt werden und was weiter mit ihnen passiert. Neben den GPS-Daten, die via Satellit eine sehr präzise Standortbestimmung zulassen, senden insbesondere iPhones Daten über die Signalstärken von Mobilfunkmasten und WLAN-Hotspots in Reichweite an Apple. Durch den Abgleich der Daten anderer iPhones ist eine Standortbestimmung des Smartphones trotz eines schwachen GPS-Signals möglich.
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Auch Nutzer von Apple-Computern tragen zur WLAN-Datenbank bei; diese Ortungsfunktion kann jedoch in den Systemeinstellungen deaktiviert werden. Auch im iPhone ist es möglich die „Ortungsdienste“ abzuschalten und somit keine ortsbezogenen Daten mehr an Apple zu senden. Damit verhindert man jedoch auch die Funktionalität mancher Apps, da die Ortungsfunktion global deaktiviert sein muss, um das Senden von Daten zu unterbinden.
Durch die Änderung der Datenschutzbestimmungen ohne genauere Erläuterungen war Apple – ähnlich wie Google für die Speicherung von WLAN-Daten durch „Street View“-Autos – von Datenschützern hart kritisiert worden.























